
Nun gibt es meinen Blog schon fast ein Jahr und ich habe meinen roten Faden immer noch nicht gefunden. Eigentlich habe ich mit dem Blog angefangen, weil mir öfters so viele Gedanken im Kopf herum schwirren, von denen ich nicht weiß, was ich damit machen soll. Nicht über alles, was da so herum geistert, kann oder will ich unserer Chorzeitung „der Merker“ berichten, einfach, weil es da auch nicht hingehört. Zeitungsartikel sind auch nicht so meins, öffentliche Blogs zu unpersönlich und deshalb kam mir der Gedanke, meinen eigenen Blog zu starten. Hier kann ich alles parken, ablegen und ausdrücken, ohne mich irgend welchen Vorgaben aussetzen zu müssen. Kein Termindruck, bis wann irgend etwas fertig zu sein hat, keine Vorgaben in Sachen Formatierung und Textlänge, mein eigenes Ding eben. So richtig Fahrt aufgenommen hat die Sache freilich noch nicht und wer weiß, ob sie es jemals tun wird. Einige Rückmeldungen habe ich schon bekommen, jedoch fehlt die Regelmäßigkeit, um eine treue Leserschaft aufbauen zu können. Einen guten Tipp bekam ich von einer guten Freundin. Ich solle nicht den Anspruch haben, so lange Artikel zu schreiben, bei denen man am Ende nicht mehr weiß, wie der Artikel überhaupt angefangen hat. Manchmal ist Weniger eben Mehr. Nur kann ich mich nicht immer kurz fassen, aber vielleicht ist dieser Blog hier auch genau der richtige Ort, um eben dies zu üben. Einfach öfters in wenigen Sätzen schreiben, was mich gerade bewegt. Nicht nach Monaten in langen Absätzen beschreiben, was in den letzten Wochen alles passiert ist, sondern vielleicht wöchentlich meine Gedanken zu den letzten Tagen. Damit käme die Regelmäßigkeit, die Aktualität und auch die Abwechslung. Versprechen tu ich gar nichts, aber versuchen kann ich es ja. Mal sehen, was dabei raus kommt…
Es ist ja derzeit nicht einfach, über etwas zu berichten ohne den sonnenförmigen Körper zu erwähnen, der im Verhältnis gerade mal so groß wie ein Stecknadelkopf wäre, würde man zum Vergleich einen Pollen in der Größe eines 2,- €-Stücks daneben darstellen. Zumindest hat mir das die Wissenschaftssendung „Quarks“ vom WDR so erklärt. Man kann das Radio oder den TV gar nicht mehr einschalten, ohne von den täglichen Schreckensszenarien erschlagen zu werden. Auch wird es schwieriger, richtige und falsche Aussagen voneinander zu unterscheiden. Schaue ich mir das Dashbord des Robert-Koch-Instituts zur Entwicklung in Deutschland an und vergleiche es mit dem Dashbord der Johns Hopkins Universität zur Entwicklung auf der ganzen Welt, fallen mir unterschiedliche Dinge auf. Zum einen die Unterschiede der Fallzahlen in Deutschland, was aber lt. Quarks daran liegt, dass unterschiedliche Behörden an unterschiedliche Institutionen melden (diese werten ihre Daten dann auch unterschiedlich aus) und zum anderen die vergleichsweise geringen Fallzahlen in Schweden, wo doch in allen Medien berichtet wird, wie lasch dort die Gefahr durch den Virus gesehen wird bzw. wie man die Pandemie dort angeht. Muss man nicht zwangsweise zu dem Punkt kommen, sich Fragen zu stellen? Ich selber bin kein Verschwörungstheoretiker, zumal ich mittlerweile auch von Erkrankungen in meinem Freundeskreis erfahren habe und was diese durchmachen mussten und immer noch machen. Die Gefahr durch den Virus ist kein Blödsinn und man sollte diese auch entsprechend ernst nehmen. Was die Begleiterscheinungen angeht, wie Kontakteinschränkungen, Maskenpflicht und wirtschaftliche Folgen, damit will ich gar nicht anfangen, denn da kommt man vom 100stel ins 1.000stel. Unterschiedliche Meinungen und Ansichten gibt es sowieso und niemals wird man hierin Einigkeit erreichen. Es hat ein Jeder und eine Jede die eigene Form, damit umzugehen.
Ich persönlich habe in den letzten Tagen viel Musik gehört, viele Videos auf YouTube angeschaut und auch Netflix & Prime waren gute Zeitvertreiber. Aber alles wird einem mal über und so langsam wird es zunehmend schwieriger, sich mit sich selbst zu befassen. Gut, die Zeit der Entschleunigung der immer schneller werdenden Welt war längst überfällig. Immer schneller, weiter, höher und vor allem billiger – irgendwann musste es knallen. Man kann die Zeit nutzen, um sich selbst mal wieder zu erden, bei sich selbst ankommen und sich fragen: Was nehme ich aus dieser Krise mit? Was habe ich daraus gelernt? Will ich etwas ändern oder verfalle ich nach der Krise wieder den alten Mustern? Ich denke nicht, dass es jemals wieder so „normal“ weiter geht, wie das vor der Krise der Fall war. Das Leben, wie wir es kennen, wird sich ändern. Und die Gewinner werden m.E. diejenigen sein, die sich jetzt positiv mit sich selbst befassen und ihre eigenen Gewohnheiten hinterfragen. Restaurants, Kneipen und auch das öffentliche Leben werden zurückkehren und ich glaube auch daran, dass es wieder volle Stadien geben wird in den Sportveranstaltungen, als auch im Eventsektor. Aber ich glaube auch, dass diese Krise nicht ein einmaliges Ereignis ist, dass es so nie wieder geben wird. Je mehr wir alle daraus lernen, desto besser werden wir gewappnet sein für die Zukunft. Eines hat man schon gesehen: Der Zusammenhalt der europäischen Staaten ist dünner, als man immer gedacht hatte und auch auf nationaler Ebene ist der Egoismus zu präsent, um ihn zu übersehen. Ich sage da nur Klopapier und Nudeln. Da war doch jeder sich selbst der nächste und abends stehen sie dann auf ihren Balkonen und applaudieren den vielen Helfern, die nach Feierabend kein Klopapier und keine Nudeln mehr bekommen. Wenn es nicht so traurig wäre…
Was bleibt? Na die Hoffnung, der Glaube daran, dass man irgend etwas daraus gelernt hat, der Wunsch und die Sehnsucht nach bald wieder geregelten Tagesabläufen. Für mich wäre auch wichtig, ein baldiges „Kamm-Back“ der Friseure und Barbiere, denn mein letzter Besuch ist doch schon wieder extrem „long Hair“ – bald sehe ich aus, wie Karl Marx.
Ich wünsche Euch alles Gute, viel Frohsinn, alles Glück der Welt und natürlich die bestmögliche Gesundheit, auf dass sie Euch erhalten bleiben möge. Bewahrt Euch den Sonnenschein im Herzen und lasst sie auch für Andere scheinen. Wir sehen uns irgendwann wieder, da draußen im Restaurant, in der Kneipe, im Stadion, im Konzert oder gerne auch in der Chorprobe, falls Ihr männlich und singwillig seid. Wo auch immer, ich freue mich auf Euch. Bis dahin alles Gute!
Euer Fünkes…


