Tja, da kiekste, wa? Habe ich es tatsächlich geschafft, mich nach kurzer Zeit wieder einmal mit einem neuen Beitrag zu melden. Was Selbst-Motivation alles so ausrichten kann…
Wie ich es im vorigen Post schon angedeutet habe, fand ja vorletztes Wochenende unser Eisbeinessen in der Berliner Liedertafel statt. Und schön war´s wieder. Eine gesellige Runde mit ca. 55 Männern, alle hungrig und durstig und mit großer Lust auf einen geselligen Herrenabend. Auch ich habe Freunde mitgebracht und auch ein paar Bekannte waren dabei. Teilweise kamen sie aus dem fernen bajuwarischen Süden angereist – da ist es ja auch nicht mehr so einfach mit der Volksverpflegung, da kannste schon mal in die große Hauptstadt fahren. Aber auch ehemalige Arbeitskollegen aus der alten Firma und Freunde von den Eisbärlinern waren zugegen. Alles in allem eine bunt gemischt Gruppe. Unser Vorsitzender des des Chores, Klaus Lehmann, hatte eine ganz tolle Eisbeinzeitung angefertigt, aus der dann auch das eine oder andere Liedchen gesungen wurde. Auch der Chor der Berliner Liedertafel hatte zwei offizielle Auftritte, sodass die Gästeschar sich gut unterhalten gefühlt haben dürfte. Das Wichtigste waren natürlich die Haxen und Eisbeine, und auch das eine oder andere Schnitzel wurde gesichtet. Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, was für eine gefräßige Stille doch einkehrt, wenn das Essen auf die Tische kommt. Es hat eben alles seine Zeit: das Essen, das Trinken und auch das Schwatzen. Und Männer, wie wir nun mal sind, können nicht allzu viel gleichzeitig. Also Essen und Trinken geht, Trinken und Schwatzen geht, aber eine dritte Komponente noch hinzu? Da wird es schwierig. Egal, das Essen geht fix, die Teller sind so schnell leer, wie auch die Krüge, welche von den älteren Herren unter uns noch mitgeführt werden. Die Umschreibung „ältere“ sei an dieser Stelle gar nicht abwertend, sondern eher hochachtend gemeint. Die jüngere Generation kommt schneller zu dem Schluss, dass mit der Bierflasche genug Glas ums Getränk herum ist und dass aus dieser zu trinken weniger Aufwand bedeutet, während sich die zuvor genannten Herren darüber freuen, ihre Krüge mit gravierten Deckeln und historischen Motiven wieder einmal ausführen zu dürfen. Einig sind sich alle Generationen darin, dass nach dem Essen auch was „Geistiges“ getrunken werden sollte und da hat Sangar unser srilanker Caterer eine breite Palette. Eine leckere Birne, einen scharfen Tomatensaft oder doch nur der Kümmerling? Ja, die Birnen sind lecker, jedoch haben die PR-Strategen von Kümmerling sich schon etwas dabei gedacht, als sie die Flaschenform kegelförmig entwarfen. Diese billige Masche zieht auch dieses Mal, es wird wieder fleißig daran gearbeitet, den Kreis vollständig auszubilden. Irgendwann im Laufe des Abends wurde dann auch „Lückenschluss“ gemeldet und stolze Männer positionieren sich für Fotos. Ehrlich: Genau deshalb lieben uns die Frauen so sehr. Was wir alles können…

Am Sonntag war ich dann mit Martin bei „Heaven Shall Burn“ in der Verti Music Hall. Ich sehe schon wieder viele Fragezeichen ob des Bandnamens. Also Heaven Shall Burn – nennen wir sie kurz HSB, ist Death-Metal der Superklasse und zwar aus Saalfeld in Thüringen. Gegründet 1995, ich war von 1996 bis 1999 im Internat im benachbarten Pößneck um dort zu einem Offsetdrucker zu reifen. Von der Gründung von HSB habe ich trotzdem nichts mitbekommen und ich kann auch nicht sagen, wann sie mir das erste Mal auffielen, aber irgendwann kannte ich sie natürlich. Als eine kleine und noch unbekannte Death-Metalband aus Thüringen. Damals hätte niemand gedacht, dass sich diese Band mal so mausern würde, dass sie heute große Hallen füllt und über die Kontinente tourt. Weitaus bekannter war mir die andere Death-Metalband, „Obituary„, sie gehörte und gehört auch heute noch zu den „Großen“ der Branche, jedoch spielte Obituary jetzt als eine von 3 Vorbands vor dem Headliner Heaven Shall Burn. Vor 20 Jahren hätte man jede und jeden ausgelacht, der diese Konstellation vorausgesagt hätte. Heaven Shall Burn war sogar mal Sponsor auf den Trikots vom FC Carl Zeiss Jena. Jedenfalls war ich mit Martin beim Konzert der gerade stattfindenden Tour von HSB, zusammen mit TRIVIUM, OBITUARY und MALEVOLENCE als Vorbands. Passender hätte die Terminfindung gar nicht sein können, denn Samstag war das Eisbeinessen der BL und Sonntag ein Death-Metalkonzert der Extraklasse. Über genrebedingte Schubladen wollen wir hier gar nicht reden, Chormusik und Death-Metal gehört für mich zusammen, wie Schokoeis und Glühwein, mag ich auch beides… Nun ist die Verti Music Hall ja noch ziemlich neu und ich bin begeistert, was dort für ein Sound gegeben ist. Es klingt alles messerscharf und im Gegensatz zu anderen Hallen wird hier nicht versucht, mangelnde Soundqualität durch Lautstärke zu kompensieren. Ich mag es laut, aber wenn ich Klebeband brauche, damit mir die Brille nicht wegfliegt, ist auch etwas verkehrt… Es war ein sehr cooles Konzert, es hat Spaß gemacht und ich gönne HSB den Erfolg. Die Ansagen im ostthüringischen Dialekt, MEGA. Da wird Kultur in die Welt getragen!

Montag war ich dann mit Hannes zusammen bei unserem Chorleiter Vincent, wo wir uns die Aufzeichnung des 57. SuberBowls angesehen haben. Natürlich gab es auch hier wieder gutes Essen, leckere Burger, natürlich draußen auf dem Rost gegrillt. Dazu allerhand Beilagen, sodass die Buns bestückt werden konnten, ganz nach Belieben, Lust und Laune. Auch zahlreiche Saucen standen zur Auswahl. Ein richtig gutes Essen, das dann aber „nicht nur“ aus hochqualitativen Zutaten bestand. sondern auch in der Zusammensetzung der Gesellschaft zu dem wurde, was es war. Das Spiel selbst war auch sehr spannend. Im Endspiel der NFL-Saison 2022 um die Vince Lombardi Trophy standen sich die Philadelphia Eagles und die Kansas City Chiefs gegenüber. Das Spiel ging hin und her und es war spannend bis zum Schluss, wo sich dann die Kansas City Chiefs mit ihrem Quarterback Patrick Mahomes durchsetzten. Die Halbzeitshow fand ich auch beeindruckend, und so war auch dieser Abend ein gelungener mit gutem Essen, kühlen Getränken und bester Gesellschaft.
Für die Eisbären wird das Erreichen der PlayOffs 2022 zur Mammut-Aufgabe. Einzelne Siege werden eingefahren, reichen aber nicht, um eine Serie zu starten, die nötig wäre, um auch mal in der Tabelle die entsprechenden Fakten zu schaffen. Es ist so unglaublich und traurig, wenn ich sehe, was die Eisbären da anbieten. Der in der letzten Saison geholte 9. Meistertitel wird zur Bürde. 2 Spiele in der Hauptrunde gibt es noch, also 6 Punkte. Selbst, wenn alle anderen Teams verkacken und die Eisbären siegen, dann hätten sie 71 Punkte. Der 10. Tabellenplatz (aktuell Schwenninger Wild Wings) hat 72 Punkte. Ich denke, das wars! Immerhin können die Eisbären dann für sich in Anspruch nehmen, in dieser Saison erneut nicht aus den PlayOffs rausgeflogen zu sein… [Zynismus off].
Für Union Berlin hingegen läuft es richtig gut. Sie haben Ajax Amsterdam in der EL ein torloses Unentschieden abgerotzt. Zuvor wurden die Blechbüchsen aus Leipzig mit 2:1 aus Unioner Sicht vom Platz geschickt. Yeah – wie mich das freut! Nach dem Patzer der Bayern hätte Union nun also die Tabellenführung übernehmen können. Aber auch in dieser Saison leiden wir unter dem Fürth-Syndrom, nur dass Fürth jetzt Gelsenkirchen heißt. Aber Geschenke nehmen wir nicht, wir machen es dann nächsten Sonntag selbst, wenn wir in München zu Gast sind und uns am Donnerstag gegen Amsterdam in der Alten Försterei das letzte Quäntchen Selbstvertrauen in Form eines Sieges abgeholt haben.
Ihr seht, es war eine Menge los, einzig das Wetter macht nicht richtig mit. Es ist nass, kalt und grau und mir fehlt der Sonnenschein. Zwar habe ich immer Herzenswärme, ja, ich trage die Sonne im Herzen, aber die erhitzt auch manchmal nur die Gemüter. Trotzdem habe ich nach reichlich Überlegung am letzten Freitag auch mein Amt als Schriftführer in der BL niedergelegt. Ein Schritt, den ich schon 2020 machen wollte, jedoch kam mir da Corona in die Quere und ich hielt es für notwendig, meinen Verein in den schweren Zeiten dieser ollen Pandemie nicht im Regen stehen zu lassen. Nun sind es 11 Jahre geworden, ich habe immer alles gegeben und stets nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Wie ich oben schon schrieb: Alles hat seine Zeit! Jetzt bin ich mal wieder dran. Ich muss mich selbst mal neu sortieren, etwas zur Ruhe kommen und dann schauen wir mal, wie es weiter geht.
Ja natürlich lasse ich Euch daran teilhaben. Ich habe mich wieder sehr gefreut, dass Ihr hier gelesen habt und Interesse an den Dingen zeigt, die mich beschäftigen und mich umtreiben. Ich bin noch lange nicht am Ende! Also bleibt dran – wir sehen uns bald wieder!
Bis dahin bleibt gesund & fröhlich
Euer Fünkes…


