Herzlich willkommen zu einem neuen Beitrag in meinem Blog. Ein Beitrag, den ich schon längst geschrieben haben wollte, aber ich war mal wieder krank. Kam ich in den letzten Jahren so ziemlich ohne Erkältungen und grippale Infekte aus, lag ich nun mit Weihnachten das dritte Mal flach. Vielleicht habe ich die Weihnachtsinfektion auch nur nicht richtig auskuriert? Wer weiß das schon. Andererseits wundert mich das ja auch nicht, erleben wir doch gerade den „arktischen“ Frühling. Ich bleibe bei der Hoffnung, dass wir spätestens im August die Winterjacke wegräumen können und im September/Oktober ist dann vielleicht auch mal die kurze Hose drin… Nun aber genug gejammert, ist ja nicht zum Aushalten.
Das Sahnestückchen dieses Beitrages ist sicherlich mein Besuch im Studio 1 von RadioEins im Bikinihaus Berlin. Als treuer Hörer meines Lieblingssenders, der mit dem Jingle „nur für Erwachsene“ wirbt, lese ich natürlich auch dessen wöchentlichen Newsletter. Schon öfter habe ich dort an Gewinnspielen teilgenommen und daher folgerichtig auch schon das eine oder andere Mal gewonnen. Generell mag ich ja den RBB, wenn ich mal von den ganzen Eskapaden absehe, die Frau Schlesinger dort zu verantworten hat. Den Fernsehsender RBB als drittes Programm gleichermaßen, wie auch die Radiolandschaft, angeführt von RadioEins, aber auch Fritz oder das Inforadio. Je nach Stimmungslage und gewünschtem Informationsgehalt. RadioEins unterscheidet sich dabei signifikant von anderen Sendern, die ja immer „das Bester der 80er, der 90er und das BESTE von heute“ spielen, sich letztlich dann doch nur in ihren Jingles unterscheiden. Auf RadioEins laufen Songs, die ich in Thüringen wohl nie zu hören bekäme, auf keinem der dort verfügbaren Sender. Aber es ist letztlich alles subjektiv.
Im RadioEins Newsletter von Anfang April war dann zu lesen, dass am 17.04.2023 Robert Trujillo (seit 2003 Bassist bei Metallica) in Berlin zu Gast sein wird, um das neue an diesem Tag erscheinende Metallica-Album „72 Seasons“ vorzustellen und zu promoten. Wenngleich RadioEins nicht der größte Sender ist, so ist er dennoch erste Adresse am Platze und prädestiniert dafür, den Weltstar in seinem Studio live für ein Interview zu empfangen, ebenso wie ca. 30 Gäste im Publikum. Diese Plätze wurden kurzfristig und ohne großes TamTam über den Newsletter vergeben. Langer Rede kurzer Sinn, war dann auch der Fünkes drin! Was für eine Freude für mich und ich habe ja schon immer gesagt, dass ich ein sehr fröhlicher und glücklicher Mensch bin, fällt mir so etwas auch immer wieder zu. Ich trage die Sonne im Herzen und ich ernte, was ich säe, bzw. kommt das Gute zu mir zurück, so eine Art Karma. Wie auch immer, ich bin sehr dankbar, dass ich auch hier wieder live dabei sein darf, wenn Rob über sein Leben, sein Dasein bei Metallica und natürlich auch über das neue Album „72 Seasons“ redet.


Es waren 2 kurzweilige Stunden, um das gleich mal vorweg zu nehmen. Und es war eine Aufzeichnung, die am darauffolgenden Montag im Radio ausgestrahlt wurde. Aber das Album kam nunmal am Freitag raus und nur am Freitag war Rob eben auch in Berlin. Ohnehin war es ein exklusiver Auftritt, wie wir im Laufe des Interviews erfuhren. Dachte ich, dass die anderen 3 Bandmitglieder von Metallica in anderen Metropolen der Welt unterwegs waren, um ebenso wie Rob die neue Platte vorzustellen, wurden wir eines Besseren belehrt. Nur Robert Trujillo nimmt die Anstrengungen auf sich und reist durch Europa, ist in Studios und Plattenläden präsent, gibt Inte rviews und Autogramme, während James Hetfield, Lars Ulrich und Kirk Hammet sich vorzüglich in San Francisco aufhalten und sich lieber per Zoom zuschalten lassen. Es ist diese besondere Nähe zu den Fans, die Dankbarkeit und natürlich auch ein bisschen der Stolz auf das Erreichte, was Rob antreibt und ihn Dinge tun lässt, die andere nicht zu tun bereit sind. Der Berlin-Besuch im Frühling 2023 wiegt nun umso mehr und nötigt den entsprechenden Respekt ab. Rob erzählt, wie er zu Metallica gekommen ist, wie es ihm dort ergeht und welchen Anteil er nach 20 Jahren bei Metallica an der Bandgeschichte hat. Er erzählt von der letzten Tour 2019 und hier erleben wir schon wieder etwas ganz Besonderes. Wer die Konzerte besucht hat (wir waren am 18. August in Prag dabei), wird sich erinnern, dass es einen Moment gab, in welchem die Instrumentalisten der Band etwas Metallica-Untypisches spielten. Ich erinnere mich tatsächlich, dass Metallica in Prag ein tschechisches Lied spielten, was ich nicht verstand. Hier die Auflösung: Die Bühne war so groß und es gab bei jeder Show einen Slot, der nicht anders zu organisieren war, in welchem dem Sänger (James Hetfield) ca. 2 Minuten zur Überbrückung eingeräumt werden mussten. In den ersten Shows spielten Lars, Kirk und Rob irgendetwas, was aber nicht mit den Fans funktionierte. Irgendwann wurde dann auf Initiative des Bassisten Rob ein Lied in der jeweiligen Landessprache des Auftrittsortes gespielt. Rob lernte sogar den Text für jeden Abend und um dem noch eins drauf zu setzen, lernte er für die Deutschlandkonzerte unterschiedliche Lieder, die ihm seine in Deutschland lebende Verwandtschaft beibrachte. So sang Rob z.B. in München „Skandal im Sperrbezirk“ von der Spider, Murphy Gang, in Stuttgart „Major Tom“ von Peter Schilling und in Köln „Viva Colonia“ von den Höhnern. Auch in Österreich wurde so verfahren. In Wien gab es zwei Konzerte, eines 2018 und eines 2019. 2018 wurde „Rock me Amadeus“ von Falco aufgeführt und 2019 „Skifoan“ von Wolfgang Ambros. Wahnsinn!!! Ich weiß gar nicht, was im Berliner Olympiastadion gesungen wurde… Wenn das jemand von Euch weiß, schreibt es doch gerne unten in die Kommentare! Ich würde mich sehr freuen. Ich war ja, wie oben schon beschrieben, in Prag und ich kannte das dortige Lied nicht, aber auch dort sorgte es für Stürme der Begeisterung, wie wohl auch an allen anderen Orten. Es ist wieder so eine Extra-Mühe, die sich Rob machte und die meisten Fans dürften sich sehr darüber gefreut haben, manche fanden es womöglich auch bescheuert, ist es doch nicht das, was bei einem Metallica-Konzert erwartet wird. Aber es diente eben auch der ca. 2-minütigen Überbrückungspause, die sich technisch nicht anders organisieren ließ. In seiner Vorstellung der neuen Platte „72 Seasons“ erzählte Rob davon, dass die 72 Seasons (72 Jahreszeiten) für die ersten 18 Jahre eines Menschen stehen, die so richtungsweisend und prägend sind. In den ersten 18 Jahren entscheidet sich so viel und letztlich kommt er zu sich selbst, dass auch seine ersten 18 Jahre dafür verantwortlich sind, für das, was er heute ist und wofür er steht. James habe der anfängliche Arbeitstitel „72 Seasons“ gar nicht gefallen, jedoch nach Ansicht der anderen Bandmitglieder umschreibt dieser Titel Alles und macht die Sache rund. Kurzerhand wurde James 3:1 überstimmt und jetzt ist die Platte draußen.

Ich habe mir das Album als Doppel-LP besorgt, aus dem einfachen Grund, dass ich kaum noch CDs höre, bzw. wenn ich einen Tonträger einlegen muss, dann doch lieber einen aus Vinyl. Ohnehin ist es eine Lebenseinstellung, den guten Sound im Ohr zu haben und das sich drehende Vinyl im Auge. Zum Album selbst, es wird ja von einigen Fans schon wieder zerrissen, weil es nichts mit den ersten Alben der Band gemein habe und Metallica aber genauso zu klingen habe. Ich selber finde es großartig, ein anständiges „Brett“, das voran geht. Es ist mitreißend und spricht mich voll an. Ich bin sicher, dass auf der in wenigen Wochen startenden Tour die Songs ebenso mitgesungen werden, wie die bekannten Hits und Gassenhauer der frühe(ere)n Jahre. Die Länge der einzelnen Tracks ist gewohntermaßen nicht radiotauglich, aber da haben wir sie ja schon, die erste Gemeinsamkeit mit den älteren Scheiben, den eine mainstreamige Tracklänge hat die Jungs ja noch nie interessiert und das ist gut so! Interessant ist die ganze Bandgeschichte von Metallica sowieso, wenn zugrunde gelegt wird, wen diese Band alles inspiriert und beeinflusst hat. Wenn ich da an die ganzen „One-Hit“-Spinner denke, die im Radio hoch und runter laufen… Nun gibt es Metallica schon über 40 Jahre, sie sind immer noch da, sie denken nicht ans Aufhören, sondern gehen auf die nächste Welt-Tournee und mit ihrer neuen Platte werden sie den nächsten Meilenstein gelegt haben, auch wenn dieser zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so gesehen wird. Metallica bleiben sich treu und da mache ich gerne mit, in jeder Hinsicht.
Wie komme ich jetzt von Metallica zum nächsten Thema? Indem ich einfach darüber schreibe. Ich selber singe immer noch im Chor, warum auch nicht und noch immer ist die Berliner Liedertafel 1884 mein Hauptchor, wenngleich ich neben dem MGV Concordia 1867 Kleinschmalkalden, wo ich noch als förderndes Mitglied dabei bin, auch noch den ehemaligen Concordia-Chor unseres BL-Dirigenten habe, wo ich monatlich den 1. Bass verstärke und manchmal auch alleine stelle. Das Schönste, neben dem Hören von Musik, ist das Selbermachen von Musik. Musik ist das älteste Medium, dessen sich schon alle Völker und Generationen bedient haben und darüber hinaus gibt es nichts oder zumindest nicht so viel, was Menschen miteinander verbindet, unabhängig von Sprache, Aussehen, Herkunft und sozialem Stand. Im März hatten wir ein Chorkonzert mit den Frauen des Acabellas Berlin Choire, einen Bericht darüber findet Ihr auf der Homepage der BL, oder einfach hier. Am kommenden Samstag, den 06.05.2023 findet 18:00 Uhr unser Frühlingskonzert mit den Harminions statt. Und dann waren wir noch in der ChorLounge, eine neue Konzertreihe des Chorverband Berlin. Den Anfang machte dort der HXOS-Chor Berlin. HXOS ist griechisch und bedeutet soviel wie Klang, sodass wir also vom Klang-Chor Berlin sprechen. Was den Chor so interessant macht, ist u.a. seine unorthodoxe Aufstellung auf der Bühne. Mal sitzend, liegend, stehend in Gruppen, klassisch oder auch wieder ganz anders – eines haben alle Positionierungen gemein – einen richtig guten Klang, so wie es der Name schon verspricht. Schon viele Jahre bin ich aktiv im Chor und doch erlebe auch ich immer wieder Neues und noch immer ist es möglich, mich zu überraschen. Das hat auch an diesem Abend in der Chor-Lounge geklappt. Neben klassischen Liedern in neuen Bearbeitungen wie z.B. „der Mond ist aufgegangen“ gab es auch ganz andere Konzertliteratur. Ein ungarisches Lied, von dem ich noch nicht mal weiß, ob ich es als Lied bezeichnen kann – vielmehr waren es Geräusche – hat mich sehr begeistert. Es klang beinahe wie in einem Dschungel, die unterschiedlichsten Geräusche, schlecht einem Tier zuzuordnen, eher einer Meditation. Ich fragte mich, wie man so etwas einstudiert. Gibt es dafür Noten oder ist das Improvisation, dann aber einem Konzept folgend, oder? Wie auch immer, das Ergebnis war sehr beeindruckend und ein langanhaltender Applaus brachte das zum Ausdruck. Die ganze Location, also der Veranstaltungsort war schon sehr ansprechend. Ein tiefer Keller, der über eine enge Wendeltreppe zu erreichen und kuratorisch beleuchtet ist, das Ambiente wirkt sehr ansprechend lädt ein zum Eintauchen und Loslassen, der Höhepunkt dann dieses ungarische Geräusch-Lied. Für mich ein sehr gelungener Abend und ich freue mich auf weitere Konzerte dieser Reihe. Es ist schon wundervoll, was der Chorverband Berlin so auf die Beine stellt und anbietet. In diesem Sinne möchte ich gleich noch auf das #dabei-Open-Air hinweisen, dass ebenfalls vom Chorverband veranstaltet wird. Schon im letzten Jahr fand es auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof statt. Überdacht vor einem Hangar und mit einem „Rosinenbomber“ als Kulisse hinter der Bühne. Auf der Bühne schließlich Spitzenchöre aus dem In- und Ausland, so z.B. auch der „New York Childrens Choir“ aus den USA. Einige Chöre aus Berlin brachten hohe Auszeichnungen diverser Chorfestivals und Wettbewerbe mit nach Hause und präsentierten diese auf dem #dabei-Open-Air. Auch in diesem Jahr wird das #dabei-Open-Air wieder stattfinden und wieder auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof und vielleicht steht auch wieder der Rosinenbomber da. Eines ist gewiss, gute und hochklassige Chöre auf der Bühne – ich freu mich drauf! Tickets für das Festival gibt´s übrigens hier!

Der letzte Punkt dieses Beitrages handelt dann auch nochmal von Bühnenpräsenz. Ich habe ja schon gesagt, dass ich gerne in das Prime Time Theater hier im Wedding gehe. Und jetzt im April waren wir wieder dort zur Komödie „Wild Wild Wedding – der Schwestern Western“. Ich war mal wieder sehr begeistert von dem Stück. Worum geht´s?
Wir schreiben das Jahr 1866. In den Weiten der mittelmärkischen Prärie liegt das beschauliche Städtchen Spree City. Dessen Sheriff, Coldblood genannt, schlägt mit seiner „Vorreiterrolle“ ziemlich über die Stränge und tyrannisiert die braven Einwohner. Doch halt, immer langsam mit den jungen Pferden … So brav sind die Städter gar nicht. Besonders die drei McWedding-Schwestern Trish, Shelly und Bo haben so gar keine Lust, sich von Kerlen wie Coldblood herumkommandieren zu lassen. Deshalb lässt sich Trish zur nächsten Sheriff-Wahl aufstellen, um gegen den Sterninhaber anzutreten und ihn aus seinem Amtssitz an der Millerstreet zu vertreiben. Shelly unterdessen hat alle Hände voll zu tun mit ihrem eigenen Saloon, der wegen ihrer Sangeskünste unter stetigem Gastschwund leidet. Bo hält sich als Kopfgeldjägerin über Wasser und hat es auf sämtliche Schurken und Knalltüten abgesehen, zum Beispiel auf die berüchtigte „Bahlsen-Bande“, die in der Gegend ihr Unwesen treibt. Mittendrin außerdem der berüchtigte Kalle, der der Legende nach schneller spricht als sein Schatten. Wie wird sich der glorreiche Vokuhila-Träger unchained im wilden Wedding durchschlagen? Ab 5. April erfährst Du’s. Dann wird bei uns gesungen, getanzt … und natürlich geschossen – wie immer treffsicher mitten in den Lachmuskel! [Quelle: PrmeTime-Theater].
Ich kann das Stück sehr empfehlen. Der Angriff auf die Lachmuskeln ist sehr gelungen. Alleine schon die Tatsache, wie Berlins Stadtteile im 19. Jahrhundert hießen. Wer wissen will was sich an der „Yes-No-Joke-Bridge“, in „Cross-Hill“, in „Old Marys Village“ oder in „Beauty Hill“ abspielt, wer wissen möchte, ob das Gute über das Böse obsiegt, oder auch anders herum, der sollte da unbedingt hingehen. Auch hierfür gibt es Tickets und zwar hier!

Jetzt ist mir der Beitrag widererwarten ganz schön lang geraten und noch längst habe ich nicht über alles geschrieben, was ich auf dem Zettel hatte. Ich wollte noch die Blue-Man-Group schreiben, es wäre der 4. Punkt in Bezug auf Bühnenpräsenz, Auch dort waren wir gewesen und haben uns Inspiration für jede Menge Unfug und Blödsinn geholt. Ihr wisst ja, für Blödsinn bin ich immer offen und vermutlich werde ich auch nie erwachsen, aber das muss ja auch nicht schlecht sein. Bei blauen Männchen hätte ich dann auch bei Schalke und Hertha ankommen können, wo ich zu berichten hätte, dass beim 5:2 der Knappen aus dem Ruhrgebiet gegen die Schlümpfe aus Charlottenburg 4 Treffer von Ex-Unionern geschossen wurden. Ich hätte dann jetzt auch schreiben können, was immer offensichtlicher wird, nämlich dass Hertha vermutlich absteigt und Heidenheim vermutlich auf. Da hätte dann aber wirklich niemand gewonnen, es ist ein bisschen die Wahl zwischen Pest und Cholera, einzig und allein das Hauptstadtderby wird dann fehlen. Aber noch ist es nicht so weit, der Bär (Herthino) ist noch nicht erlegt. Also wird auch noch kein Fell versoffen.
Nun haben wir also den 1. Mai 2023, die Sonne scheint und geht doch zum jetzigen Stand bald zur Ruh, meine Frau muss wieder in die Nachtschicht und ich habe nun wieder den Tag damit verbracht, hier niederzuschreiben, was bei mir so los war und was so anliegt.
Ich bedanke mich, dass Ihr bis hierher gelesen habt und wünsche Euch noch einen schönen Rest-Feiertag. Bleibt gesund & fröhlich und mir gut gewogen…
Euer Fünkes…


