Hallo und herzlich willkommen zu einem (endlich mal wieder) neuen Beitrag in meinem Blog. So oft habe ich mir vorgenommen, endlich mal wieder etwas zu schreiben, aber ständig kommt etwas dazwischen oder anderes ist wichtiger oder, oder, oder…
Jeden Mittwoch höre ich auf meinem Stammsender RadioEins die Kolumne von Dietmar Wischmeyer, der mit viel schwarzem Humor und spitzer Zunge die Zu- und Umstände der aktuellen Lage in Deutschland erläutert. Auch live lässt sich dieser Mann erleben, alle Termine HIER. Unterwegs ist er mit seinem Programm „Immer is was, nie is nix“ und damit spricht er mir förmlich aus der Seele, weswegen ich diese Zeile zum Titel dieses Beitrages erkoren habe. Dietmar Wischmeyer – ich kann ihn nur empfehlen, geht da mal hin!

Über das Jahr haben sich so manche Themen angesammelt, die sich zwischenzeitlich teilweise schon wieder selbst überholt haben. Über das Verpassen der PlayOffs in der vergangenen DEL-Saison bei den Eisbären Berlin brauche ich jetzt nichts mehr schreiben, die neue Saison scheint aktuell sehr viel besser zu laufen, grüßen die Eisbären doch von der Tabellenspitze. Ein paar Spiele durfte ich ja jetzt in der Tat schon miterleben und ein paar weitere werden hoffentlich auch noch folgen und wenn sie so weitermachen, werde ich mich ganz sicher auch wieder auf PlayOff-Spiele freuen dürfen.

Besonders gefallen mir die Tabellenplätze der Brausebullen und der komischen Vögel aus der Quadratestadt. Jedoch bin ich mir sicher, dass da noch einiges in der Tabelle passieren wird, sowohl oben, als auch unten. Ich bleibe gespannt!
Ganz anders sieht es da beim 1. FC Union Berlin aus. Genaugenommen ist es die krasse Gegensituation zu den Eisbären Berlin. Die letzte Saison wurde mit der Qualifikation für die Champions League gekrönt und Stand jetzt sind die Eisernen stolzer Besitzer der roten Laterne. Im Allgemeinen waren die letzten 5,5 Jahre von Erfolg gekrönt, kannte der Weg der Unioner doch nur eine Richtung – stetig nach oben! Aufstieg in die 1. Bundeliga – Klassenerhalt – Qualifikation für die Conference League – Qualifikation für den Europa-Pokal – Qualifikation für die Champions League. Maßgeblich verantwortlich für den Erfolg: Urs Fischer, der mit dem Sportmanager Oliver Ruhnert ein Erfolgs-Duo bildete. Der Club entwickelte sich, Kader und Gesicht veränderten sich so, wie sich vieles andere auch veränderte. Mit den in diesem Jahr begonnenen Aus- und Umbauphasen, die mit der Stadionerweiterung auf ca. 38.000 Zuschauer in 2025/2026 abgeschlossen sein sollen, steht die wohl größte und ambitionierteste Umbruchphase an. Blöd nur, wenn das Kerngeschäft nicht läuft und genau das ist jetzt der Fall. Die rote Laterne lässt sich nicht so einfach verkaufen und schon gar nicht verschenken. Ursachenforschung werde ich an dieser Stelle nicht betreiben, das können andere besser. Dennoch bleibe ich zuversichtlich, wenngleich ich natürlich traurig darüber bin, dass der gemeinsame Weg mit Urs Fischer an dieser Stelle endet. Spekulativ betrachtet, hätten sich die Wege vermutlich nach dieser Saison sowieso getrennt, viel genauer werden wir das jetzt jedoch nicht erfahren. Nun ist die Trennung nach den Worten des Präsidenten Dirk Zingler vorgezogen worden.

für 5,5 erfolgreiche Jahre!

Marco Grote und Marie-Louise Eta
Interimsmäßig werden vorerst Marco Grote und Marie-Louise Eta übernehmen. Marco Grote war bisher der Union U19-Trainer, Marie-Louise Eta ist die erste Co-Trainerin in der Herren Bundesliga. Ihre Vita ist beeindruckend. Erst im Sommer wechselte sie zum 1. FC Union Berlin, auf der Union-Webseite wird sie so vorgestellt:
„Die 31-Jährige arbeitete zuvor als Assistenztrainerin der U17-Nationalmannschaft der Juniorinnen und schloss erst vor wenigen Wochen den DFB-Lehrgang zur Pro-Lizenz erfolgreich ab. Dabei hospitierte Eta unter anderem auch bei Urs Fischer und bekam umfangreiche Einblicke in die Arbeit der Profiabteilung des 1. FC Union Berlin. Nachdem sie in ihrer Heimatstadt Dresden das Fußballspielen lernte, zog es Marie-Louise Eta im Alter von 13 Jahren zum 1. FFC Turbine Potsdam. 2008 schaffte sie den Sprung in die erste Mannschaft feierte den Sieg bei der U17-EM. In der Folge gewann Eta unter anderem mehrere deutsche Meisterschaftstitel sowie 2010 die Champions League. Zu dieser Zeit gehörte sie auch dem deutschen Kader für die U20-Weltmeisterschaft im eigenen Land an, wo sie am Ende mit ihrem Team den WM-Titel holte. Ab 2011 spielte Eta zunächst für den Hamburger SV, dann den damaligen Zweitligisten BV Cloppenburg und schließlich ab 2014 bei Werder Bremen. Nach 84 Spielen für den Club an der Weser beendete die damals 26-Jährige ihre aktive Spielerkarriere. Doch das vergleichsweise frühe Ende als Spielerin sollte nur der nächste Schritt ihrer Laufbahn sein. Nachdem sie fast zeitgleich ihr Sportmanagement-Studium abschloss, sammelte sie bei Werder Bremen bereits erste Erfahrungen als Trainerin der U15-Juniorinnen. Später wurde sie als hauptamtliche Trainerin der U13- und U14-Junioren eingesetzt und schaffte 2019 den Sprung zur Co-Trainerin im weiblichen DFB-Nachwuchs unter der Leitung von Bettina Wiegmann. Vor ihrem Wechsel zu Union war sie im DFB-Trainerstab der U17-Juniorinnen.“

Mit einer schönen Geschichte möchte ich dieses Thema abschließen. Jeden Morgen steige ich auf meinem Arbeitsweg am U-Bahnhof „Ullsteinstraße“ aus. Dort in der Nähe scheint es ein Behindertenheim zu geben, denn mehrere Male in der Woche kommen mir dort Behinderte Menschen entgegen, die mit der U-Bahn irgendwohin fahren, vielleicht haben sie einen Job, oder sie haben andere Ziele. Einer von diesen Menschen fällt mir fast jeden Morgen besonders auf. Er ist täglich in Hertha-Kleidung unterwegs. Mütze, Schal, Trikot oder auch eine Kombi aus allen 3 Dingen, seine Leidenschaft ist nicht zu übersehen. Er ringt mir öfter ein Lächeln ab, weil er immer fröhlich unterwegs zu sein scheint. Am 20. September, es war der Tag, an dem Union am Abend im Stadion Santiago-Bernabéu gegen Real Madrid antreten musste, hatten wir eine besondere Begegnung. Ich ging an diesem Tag mit meinem Union-Trikot auf Arbeit, weil wir abends zum Public-Viewing verabredet waren. Wie so oft, trafen wir uns auch dieses mal am U-Bahnhof Ullsteinstraße, er im Hertha-Trikot, ich im Union-Trikot. Als er mich sah, lächelte er wieder, wie an jedem Tag, nur dieses Mal hielt er mich an und wünschte mir ganz viel Glück am Abend und ganz viel Freude. Ich war sehr von dieser Reaktion überrascht, bedankte mich natürlich trotzdem bei (wie ich später erfuhr) Tobias. Er klopfte mit seiner Faust auf das Hertha-Logo auf seiner Brust und ging seines Weges. Diese Begegnung hat mich den ganzen Tag beschäftigt und noch heute muss ich lächeln, wenn ich nur daran denke. Dass wir das Spiel mit 1:0 in der 94. Minute verloren – geschenkt, dass Union sehr gut gespielt hat und das Spiel unglücklich verloren ging – geschenkt. Diese Begegnung überstrahlte für mich alles und seitdem, jeden Tag, wenn wir uns sehen, grüßen wir uns und wünschen uns einen schönen Tag. Das Leben kann so einfach und so schön sein. Meines Erachtens trägt kein Hertha-Fan sein Trikot mit soviel Stolz wie Tobias und das finde ich großartig. Eine tolle Geschichte.
Jedes Jahr am 2. August findet in meinem Heimatdorf Kleinschmalkalden die Kirmes statt. Ich habe darüber ja schon öfter berichtet. Auch in diesem Jahr waren wir wieder mit dabei und ich liebe die Kirmes. Es ist eine schöne Tradition, die hoffentlich noch lange bestehen bleibt und fortgeführt wird. In diesem Jahr fand ich die Kirmes besonders schön, die wahren Gründe dafür dürften unterschiedlich sein, aber so genau kann ich sie auch gar nicht benennen. Am Samstag finden die Ständchentouren durch das Ober- und Unterdorf statt. Für mich immer wieder einer, der schönsten Momente der Kirmes. Zwei kleinere Kapellen, deren Repertoire unerschöpflich scheint. Die Kirmesburschen ziehen durch das Dorf und an jedem Haus wird ein Ständchen gespielt, je nachdem, was gewünscht wird. Die Kapellen spielen alles aus dem Koppe! Ein kleiner Plausch hier, ein Schnäpschen da, ich bin seit 19 Jahren nicht mehr bürgeramtlich in Kleinschmalkalden gemeldet und doch immer noch dort zu Hause. Ich erfahre noch immer Wertschätzung und Wiedersehensfreude. Ich werde gefragt, wie es mir geht und ja, ich darf auch immer wieder die in Berlin gemachte Politik erläutern, denn als Berliner bin ich ganz automatisch auch inoffizieller Regierungssprecher. Nein ernsthaft, ich freue mich, einmal im Jahr durch das Dorf zu laufen und mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen, zu denen ich einen Bezug habe und umgekehrt. Die Musik dazu, die Freundschaften innerhalb der Kirmesburschen und die Stimmung im Ganzen, es ist einfach großartig. Starker Regenfall? Kein Problem, Garage auf, Auto raus, alle Leute rein, mitsamt der Kapelle die auch auf engstem Raum noch weiterspielt. Es macht einfach Spaß und Freude – oder wie ich vorhin schon schrieb: Das Leben kann so einfach und so schön sein. Am Abend fand dann im Saal der Kirmestanz statt. Ich hatte meine Tanzschuhe an und habe getanzt, wie lange nicht mehr, meine Frau hat mich schon komisch angeguckt, war aber auch Begünstigte ob dieser Tatsache. Ihr wisst schon: Das Leben kann…
Am Sonntag folgte nach dem Kirmesgottesdienst der Festumzug durch´s Dorf. Aus personellen Engpässen wurde ich als Fahnenträger engagiert, eine Rolle, die ich schon vor 25 Jahren innehatte, offensichtlich wollte man auf meine Erfahrungen zurückgreifen und sich diese zu Nutze machen. Ich musste feststellen, dass die Fahne nicht leichter geworden ist, aber trotzdem hat es wieder Spaß gemacht. Wenn Du als 1. Mann durchs Dorf läufst, Menschen an den Straßenrändern und auf den Plätzen. Ja gut, der Festumzug zur Eröffnung der Münchner Wies´n ist geringfügig länger aber hey, wir sind hier auf dem Dorf und trotzdem im Zentrum der Macht, wie mein Freund Spritler jetzt sagen würde.


Und wie alles, was anfängt, hat auch alles irgendwann ein Ende, also wurde folgerichtig auch die Kirmes 2023 in Form einer Kirmesleiche auf einer Leiter zu Grabe getragen. Das lässt sich aber nicht beschreiben, das muss live erlebt werden. Wieder zurück in Berlin hatte ich natürlich einiges zu berichten und so entstand die Idee, mit meinem Kleinchor mal nach Kleinschmalkalden zu reisen. 2007 war ich bereits mit der großen Berliner Liedertafel in Kleinschmalkalden zu den damals stattfindenden Kleinschmalkalder Kulturfesttagen. Was für Erinnerungen, aber diese Geschichte muss ein anderes Mal erzählt werden. Wenn das mit dem Kleinchor in Kleinschmalkalden aber wirklich zustande kommt, wird das die nächste großartige Geschichte. Ob das gleich 2024 klappt, bleibt abzuwarten, aber die Idee steht schon mal wie ein Elefant im Raum. Ich mag Elefanten!
Was gab´s noch?
Ach ja, ein 40. Geburtstag, eine Mottoparty. Einlass erfährt nur, wer entsprechend gekleidet ist. Das Motto waren die 80er und 90er Jahre und erlaubt waren Kostüme und auch Bandshirts aus diesen Jahren gingen durch. Viel wichtiger und schöner war natürlich das Wiedersehen mit dem Geburtstagskind und den unzähligen Gästen, also Freunden. So oft kommen wir ja heutzutage auch nicht mehr zusammen, zumindest sind diese Konstellationen rar geworden. Es war ein schöner Tag und die Freude (und Hoffnung) groß auf ein baldiges Wiedersehen. Ich bin da optimistisch und zuversichtlich! Bis jetzt haben wir das immer wieder hinbekommen und einen Teil der Leute habe ich tatsächlich schon wenige Wochen wieder gesehen bei der Schuleinführung vom Sohn meines Trauzeugen in Chemnitz. In Chemnitz habe ich auch meine ehemalige WG-Mitbewohnerin wieder getroffen und damit waren das schon 3 Wiedersehen mit „alten“ (im Sinne von langjährigen) Freunden.
Der Sommer plätscherte so dahin, mit meinem Kumpel Martin gehe ich oft auf Konzerte in einer Häufigkeit, wie ich sie fast nur noch aus meiner Jugend kenne. Es ist schon cool und es bereitet mir Freude, was das jedoch alles monetär bedeutet, darüber schweigt der Autor geflissentlich. Im Herbst hatte ich dann mit der Berliner Liedertafel das nächste große Projekt. „Deutschland singt und klingt“ am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Inhalt des Projektes war und ist es auch in Zukunft, dass an diesem Tag 10 Friedens- und Freiheitslieder zeitgleich an vielen Orten in ganz Deutschland gesungen werden und so auch – oder erst recht – in Berlin. Europaweit, wenn nicht sogar weltweit steht keine andere Stadt so für Freiheit, wie Berlin. Den ideellen Wert des Brandenburger Tores als DAS Symbol für Freiheit, es lässt sich kaum ermessen. In Berlin haben wir beschlossen, auch mit der Berliner Liedertafel daran teilzunehmen. Neben ein paar eigenen Liedern, die zum Thema Freiheit passen, haben wir also auch die zehn Friedens- und Freiheitslieder einstudiert. In der ganzen Organisationsphase gab es einige Rückschläge in Form von Absagen von Leuten und Gruppen, die wir hierzu eingeladen haben, ein buntes Programm mit uns zu erstellen. Letztlich haben wir die Veranstaltung dann alleine mit den Männern vom Sonari Chor Berlin durchgeführt. Unser sehr engagierter und motivierter Chorleiter hatte auch trotz all dieser Rückschläge ein großartiges Programm zusammengestellt. In unserem Archiv sind noch Unterlagen zu finden, aus denen hervorgeht, dass die Berliner Liedertafel sogar mal ein eigenes Orchester besaß. Jahrzehnte später hat die Berliner Liedertafel wieder Instrumentalisten in ihren Reihen – eine eigene Band – die BL-Band?!!! Zu den 10 Friedens- und Freiheitsliedern zählte neben Marius Müller-Westernhagens „Freiheit“ auch Herbert Grönemeyers „Mensch“ und „Tage wie diese“ von den Toten Hosen.
Natürlich haben wir auch noch andere Lieder gesungen wie z.B. „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ von Dietrich Bonhoeffer, oder auch das Motto der diesjährigen Veranstaltung „Die Hoffnung lebt zuerst„. Schaut doch einfach mal auf den YouTube-Kanal der Berliner Liedertafel, HIER gibt´s noch viele Videos mehr zu sehen. Ich bin sicher, es lohnt sich und über Klicks & Kommentare freuen wir uns natürlich auch. Im kommenden Jahr werden wir übrigens 140 Jahre alt. Ich finde, dafür haben wir uns gut gehalten, sowohl optisch, als auch mental. In mehreren Runden trifft sich ein Organisationsteam und plant die Jubiläumsfestivitäten. Neben einem Festkonzert mit 6 Männerchören wird es natürlich auch einen Festakt geben. so richtig mit Buffet und großem TamTam, von einem BL-Ball ist die Rede. Na, ich bin sehr gespannt und freue mich aber auch schon darauf.

Ein anderes bewegendes Thema der letzten Wochen und sicherlich auch der nächsten Monate ist der allzeit gegenwärtige Konflikt zwischen Israel und den Hamas. Keine Bange, ich will jetzt gar nicht über Politik reden und wer jetzt Schuld hat und wer nicht usw. Erschreckend finde ich nur, dass 80 Jahre nach dem Holocaust wieder Juden und jüdische Einrichtungen in Berlin gefährdet sind, dass wieder Polizisten für Sicherheit sorgen müssen. Auf deutschem Boden! In einer Zeit, wo die AFD ihre besten Wahlergebnisse einfährt. Das ist so ein krasser Widerspruch – der schreit doch gen Himmel! Und die Polizisten fehlen dann, um die „Klimaidioten“ davon abzuhalten, das Brandenburger Tor, das Symbol für Freiheit schlechthin, zum zweiten Mal zu beschmieren. Das steht natürlich nicht in Relation zu den gefährdeten Juden – die Prioritäten sind hier klar gesetzt. Aber trotzdem sind das Ärgernisse. In was für Zeiten leben wir denn?
Ich muss an dieser Stelle nochmal eine Kurve zum 3. Oktober drehen. Unsere Veranstaltung „Deutschland singt und klingt“ bekommt nochmal eine ganz andere Bedeutung in diesem Kontext. Ich habe mich an diesem Tag sehr glücklich gefühlt, nicht nur, weil wir ein volles Haus hatten, so voll, dass die Stühle nicht reichten (Wann hatten wir diese Situation zum letzten Mal?), nicht nur weil wir eine coole Band hatten und auch nicht nur, wegen der tollen Lieder. Es war eine Mischung aus allem und dem Wissen, dass die gerade gesungenen Lieder zeitgleich an vielen Orten in Deutschland gesungen werden. Ein Zeichen sollte es sein für Frieden und Toleranz zwischen allen Völkern und ein Statement für die Freiheit und jeder bei uns im Saal war ein Teil des großen Ganzen. Das fühlte sich gut an! Im Herzen war ich frei und glücklich und dankbar für so viele Dinge, die wir alle als selbstverständlich erachten. Geht doch mal in Gedanken Euren Tagesablauf durch! Ihr steht auf, aus einem warmen Bett in einer warmen Wohnung. Ihr geht ins Bad, benutzt die Dusche mit warmen und fließendem Wasser, putzt Euch die Zähne und geht anschließend frühstücken. Es gibt Kaffee, Tee, Milch oder etwas anderes und zu essen gibt es aus einem zumeist gut gefüllten Kühlschrank. Irgendwann danach geht Ihr in die Schule, auf Arbeit oder Ihr habt frei oder vielleicht seid Ihr auch gerade arbeitslos, bekommt dafür aber Unterstützung vom Staat. Wo auch immer Ihr seid, Bombenangriffe habt Ihr hier in unserem Land nicht zu befürchten. Das ärgerlichste ist, wenn mal wieder eine U-Bahn nicht kommt, weil die Spritpreise schon wieder so hoch sind, weil unsere Regierung so „unfähig“ ist. Am Abend geht Ihr ins Kino, auf Konzerte, in eine Chorprobe oder zum Eishockey oder Fußball. Emotionen bei Siegen und Niederlagen. Und irgendwann seid Ihr wieder im Bad beim Zähneputzen mit fließendem und warmen Wasser, bevor Ihr Euch in ein weiches Bett legt. Ist Euer Leben schlecht? Wie selbstverständlich ist Euer Alltag? Wer mich verstehen will, versteht mich und wer es nicht will, wird auch darauf eine Antwort finden.
Am letzten Wochenende waren wir mit dem Chor der Berliner Liedertafel in und am Blankensee. Dort haben wir unser Chorprobenwochenende verbracht und unser Programm für unser Weihnachtskonzert einstudiert. Untergebracht waren wir in einem ehemaligen FDJ-Heim. Als ehemaliger Jungpionier und Thälmannpionier in DDR-Zeiten war ich da ja schon wieder hellauf begeistert. Es erinnerte mich so ein bisschen an die Ferienlager, die ich damals alle mitgemacht habe. Auch die Einrichtung ging ein bisschen in diese Richtung. Das Haus hatte zwei Flügel, von denen in einem noch gebaut wurde. Das führte dazu, dass das Flurlicht nicht überall funktionierte, dass es kein warmes Wasser gab und im Seminarhaus noch nicht einmal eine funktionierende Heizung. Ich nehme den Gastgebern ab, dass das alles baulich bedingte Havarien sind, denn wenige Tage zuvor war das warme Wasser noch da. Der jetzige Ausfall hätte eine Absage des Probenwochenendes bedeutet und das wäre die größere Katastrophe gewesen, also sind wir trotzdem hingefahren. Größtes Diskussionsthema war dann tatsächlich auch nicht das fehlende warme Wasser oder die tw. ausgefallene Heizung, sondern die Tatsache, dass es „nur“ Flaschenbier gab, statt des zugesagten Fassbieres. Wenn das die größten Sorgen sind, bin ich zuversichtlich, dass die Welt noch ein Stück weit in Ordnung ist! Entschädigt wurden wir zudem mit einer wunderschönen Landschaft um den Blankensee herum. Der See ist nicht zugänglich, d.h. keine Boote, keine Schwimmer (erst recht nicht im November), sondern nur Naturschutzgebiete rund um den See. Laut schnatternde Vogelschwärme der Graugänse, die zwischen den Seen und Feldern wechseln und ansonsten Stille! Ich mag diese Stille, es hat immer etwas von Endzeitstimmung, die Natur und auch alles andere kommt zur Ruhe, wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt. Diese Stille – kein Auto, kein Flugzeug, keine Züge – nur Natur. Es gibt eine kleine Seebrücke, von der aus sich das Geschehen auf dem See beobachten ließ. Ich stand dort und habe es genossen. Bestimmt eine halbe Stunde lang und ich hätte das noch 2 Stunden tun können. Es war wunderschön!



Kern der Sache war natürlich unser Probenwochenende und am Ende der 3 intensiven Probentage, eigentlich 4, wenn ich die Donnerstagsprobe in Berlin hinzurechne, steht ein tolles Weihnachtsprogramm. Natürlich gab und gibt es musikalische Hürden, ich kann da (Achtung Wortwitz!) ein Lied von singen! Aber auch diese wurden überwunden, oder zumindest angegangen. 2,5 Wochen haben wir ja noch bis zum Konzert. Der Kartenvorverkauf läuft übrigens auf Hochtouren, Tickets gibt es HIER!


von morgens bis abends

So langsam komme ich zum Ende dieses Beitrages, denn ich bin jetzt in der aktuellen Woche angekommen. Auch diese Woche ist natürlich wieder viel los und zu erleben gibt es immer etwas. Wie oben schon erwähnt, ist RadioEins mein Sender schlechthin, mit dem ich mich voll identifizieren kann. Folgerichtig lese ich auch den wöchentlichen Newsletter und ab und an beteilige ich mich auch an Gewinnspielen und Verlosungen. So war ich z.B. am 17. April diesen Jahres im Studio 1 im Bikinihaus, wo Silke Super den Bassisten von Metallica „Rob Trujillo“ empfangen hat. Darüber gibt es sogar einen Blogbeitrag, schaut mal HIER! In dieser Woche habe ich gleich 2x gewonnen – haja – ich sage ja immer wieder, „Ich bin ein Kind der Sonne und vom Glück geküsst!“ In der ARD Mediathek startet ab heute ein Dreiteiler über die Bandgeschichte von ECHT – siehe HIER. Diese Produktion hatte gestern Premiere im Festsaal Kreuzberg und ich durfte live dabei sein, ich war sogar wieder mittendrin. Ich habe die Band getroffen, ich habe mit denen gesprochen und interessante Dinge erfahren. Ein bisschen fühlte ich mich schon deplatziert, denn während sie keine Sendung ausließen wie BravoTV, Top of the Pops und Viva usw. war ich eher bei MTV unterwegs mit Headbangers Ball. Statt ECHT gab es für mich Guns N Roses, Aerosmith, dann aber auch Sepultura, Cannibal Corpse, Obituary und natürlich Gorefest, um nur mal ein paar zu nennen. Interessant war der gestrige Abend dann aber trotzdem, denn natürlich kenne auch ich Songs von ECHT (Alles wird sich ändern, wenn wir groß sind, Du trägst keine Liebe in Dir, Junimond [Cover] usw.) Neben der Band waren auch viele Stars und Sternchen da. Enie van de Meiklokjes, Alexandra Neldel und viele andere Gesichter, die ich kannte, aber deren Namen ich nicht weiß. Christiane Falk von RadioEins habe ich gesehen und deren Namen kenne ich natürlich, weil sie dort u.a. die Metalsendung „laut & kantig“ moderiert. Aber auch die asiatisch aussehende Viva-Moderatorin, wer von Euch weiß, wie die heißt? Mit Alexandra Neldel habe ich sogar auch gesprochen. Sehr cool, da wird meine Mutter neidisch sein, sie fand Alex immer bei GZSZ so gut… Ich habe mir das aber nicht angesehen, ich gehe lieber zu GWSW (Gutes Wedding – schlechtes Wedding) bei uns im Prime Time Theater. Schaut Euch trotzdem diesen Doku-Dreiteiler an! Ich habe die ersten 2 Teile bei der gestrigen Premiere gesehen und bin trotz des „Nicht-Fan-Seins“ beeindruckt und ich hatte einen aufregenden und erlebnisreichen Mittwoch. Es hat Spaß gemacht.



Mein zweiter Gewinn führt mich am Freitag in die Dachlounge des RBB-Sendetowers in den 14. Stock. Von dort ist ein wunderbarer Blick über Berlin zu genießen. Ich war dort schon ein paar Mal und freue mich darauf, wieder dort sein zu dürfen. In den vergangenen Wochen erschien jeweils am Donnerstag eine neue Folge des Podcasts „Grenzgänger„. Hauptfigur ist Mark Reeder. In der Mediathek heißt es dazu: „Dieser Podcast erzählt die waghalsige und einzigartige Geschichte eines Musiknerds, der vor über 40 Jahren zufällig in Berlin strandet und zu einer Ikone der Musikszene wird. Mark Reeder und seine vielen Wegbegleiter:innen [ich distanziere mich von diesem Genderquatsch, Anm. Fünkes] haben maßgeblich den Sound Berlins und den Ruf als „Stadt der Subkulturen“ mitgeprägt. Journalistin Sophia Wetzke taucht gemeinsam mit Mark Reeder in vier Jahrzehnte Musikgeschichte ein, lässt prominente Namen und bisher ungehörte Stimmen zu Wort kommen. Eine Stadt- und Lebensgeschichte, atmosphärisch erzählt mit dem passenden Soundtrack.“ Eine coole Geschichte des Podcasts ist z.B. wie Mark Reeder die Toten Hosen über die Grenze nach Ost-Berlin schmuggelt, wo sie dann ein Geheimkonzert geben. Die ganze abenteuerliche Geschichte, spannend erzählt im Podcast „Grenzgänger“. Jetzt am Freitag findet so eine Art Abschlussgespräch in der Dachlounge statt. Die Möglichkeit, Mark Reeder mal live zu treffen, Fragen zu stellen oder auch einfach nur zuzuhören, was das Fazit des Podcasts sein könnte. Sehr cool, dass der Fünkes da schon wieder mittendrin und live dabei ist. 2x in einer Woche – hui, Junge, Junge, da geht´s aber vorwärts…


Und Ihr? Ihr seid ja immer noch da… Damit habt Ihr einen langen Atem bewiesen, habe ich jetzt doch wieder viel, viel mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Aber es ist ja auch wieder einiges an Stoff zusammen gekommen, zu dem ich was zu sagen habe. Einiges habe ich vielleicht vergessen oder nicht ausführlich genug betrachtet, aber es gibt ja auch noch die Möglichkeit, das eine oder andere bei einem Bier zu vertiefen. Irgendwann und irgendwo werden wir uns schon mal wieder über den Weg laufen. Gerne könnt Ihr natürlich auch Kommentare hier unten drunter schreiben. Vielleicht gibt es ja auch Fragen oder Anregungen??? Ich werde mir das alles zu Gemüte führen und dann lest Ihr wieder von mir. bei allem, was ich jetzt geschrieben habe, könnte die Frage aufkommen, ob ich denn „nur“ unterwegs bin? Ja, schon sehr oft, aber auch die Couch lerne ich vermehrt zu schätzen, denn auch ich werde nicht jünger, aber irgendwie auch nicht erwachsen, oder? Das ist aber auch ganz gut so. Ansonsten gilt der Titel dieses Beitrages – zutreffender denn je: Immer is was, nie is nix…
Euer Fünkes…


