Wie mein Chor, die „BL 1884“ mit der Krise umgeht…

Videokonferenz einiger Sänger mit dem Chorleiter der BL 1884 e.V.

Bereits in meinen letzten Beiträgen hatte ich ja schon ein bisschen was davon geschrieben, wie ich die Corona-Krise erlebe, was sie mit mir macht und was ich daraus mitnehme. Viele von uns haben da sicherlich schon ihre eigenen Erfahrungen gemacht. Während die Einen endlich mal zur Ruhe kommen und die Zeit der Entschleunigung gar nicht so schlecht finden, sehen Andere widerum nur die wirtschaftlichen Aspekte und haben dabei selbstverständlich nicht ganz unrecht. Nochmal Andere jammern und klagen generell und hier in Deutschland sowieso auf viel zu hohem Niveau. Viele Meinungen und Ansichten von vielen Menschen und Jeder weiß es besser, als der Eine und der Andere. Ich selber sehe das Alles durchwachsen, dieser Knall, das Platzen der Blase – immer schneller, weiter, höher und natürlich auch billiger – sie musste irgendwann mal platzen. Betroffen sind alle Regionen dieser Erde, jede Branche und irgendwie geht es auch jeden Menschen etwas an. Gewinner und Verlierer hat es immer gegeben und wird es immer geben, auch in dieser Krise. Ein Stück weit hat man das auch selbst in der Hand, aber ich will das gar nicht pauschalisieren, weil es eben auch Regionen gibt, wo vieles nicht so ist, wie hier in Deutschland. Das führt dann eben auch zu den unterschiedlichen Bewertungen der Ausmaße, der durch COVID19 herbei geführten Pandemie, von der so viele Menschen aktuell betroffen sind. Wie in so vielen anderen Ländern und Regionen, kam auch in Deutschland der (gewohnte) Alltag zum Erliegen. Eine Folge davon auch Schließungen vieler kultureller Einrichtungen, wie Museen, Theatern und auch Kinos und vieler weiterer Institutionen. Bedauerlicherweise musste natürlich auch mein Chor, die „Berliner Liedertafel 1884 e.V.“ ihren Probenbetrieb einstellen. Die geplante Teilnahme am „Chorfest Leipzig“ – geplatzt, weil das Fest selbst vom Deutschen Chorverband (DCV) abgesagt wurde. Gleiches Ergebnis mit unserer Teilnahme an der „Fête de la Musique“, auch sie wurde abgesagt vom Chorverband Berlin (CVB). Eigene Konzerte, Auftritte – alles Pustekuchen. Selbst wenn es eine Rettung in letzter Minute gegeben hätte, wie hätten wir proben sollen? Unser Vereinsheim, das Nachbarschaftshaus Urbanstraße ist geschlossen und alle darin arbeitenden Institutionen stellen ihre Arbeit ein. War´s das jetzt? Wie verhalten wir uns von der BL? Wie soll das weitergehen? Geht es weiter? Wir befinden uns im Jahre 2020 n.Chr. Ganz Berlin ist wegen COVID19 stillgelegt… Ganz Berlin? Nein! Ein von unbeugsamen Sängern bevölkertes Grüppchen hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten – und probt! Nicht zusammen und doch zusammen, nur räumlich getrennt – ein jeder Sänger für sich zu Hause. Per Email bekommen wir Instruktionen von unserem Großlegionär und Chorleiter Vincent. Nach bestem Wissen und Gewissen probt jeder für sich und gibt, was er kann. Rufe werden laut, weil in den sozialen Medien so tolle Videos gepostet werden. Darauf zu sehen sind viele Sänger und Sängerinnen, wie sie alle von zu Hause aus in die Kamera singen und im Gesamtergebnis kommt ein toller Klang dabei heraus. Das wollen wir auch – so heißt es allerorten innerhalb unserer Reihen. Wir checken die technische Ausrüstung unserer Sänger und tatsächlich kommen 19 Sänger in den virtuellen Probensaal. Der Ton hakt ab und an, das Bild ruckelt und manchmal hängt auch Bild und/oder Ton. Die Versuche, etwas gemeinsam zu singen berauben uns recht schnell der Illusion, ein ähnliches Video einsingen zu können, wie man es in den sozialen Medien so oft sieht. Schnell steht fest, dass all diese Videos technisch nachbearbeitet worden sein müssen. Betrübt oder enttäuscht ist deswegen aber niemand. Im Gegenteil! Die Freude über das Wiedersehen überwiegt, man tauscht sich aus, quatscht und es werden sogar Kaltgetränke vor die Kamera gezerrt. Was mit dem gemeinsamen Singen nicht funktioniert, mit dem gemeinsamen Anstoßen der Getränke, das klappt! Am Ende war es ein schönes Erlebnis und für nicht Viele eine neue technische Erfahrung (und Horizonterweiterung).

Nun soll der Mensch ja nicht stehen bleiben, sich nicht ausruhen auf seinem Erreichten. Weiterentwicklung und Fortschritt waren und sind das Credo der Stunde. Man(n) wächst an seinen Aufgaben und folglich kam an einem Donnerstag auch wieder eine neue Hausaufgabe unseres Chorleiters. Videokonferenz 2.0! Nur, dass diese Konferenz erst später zu einer solchen wird. Vorerst – so lautet die Aufgabe – singt ein jeder Sänger, der mutig genug ist, sich dieser Herausforderung zu stellen, den Wahlspruch der BL eigens für sich in seine Kamera zu Hause. 6 Worte, 6 Noten – nicht viel und dennoch nicht zu unterschätzen. Die Töne und die Geschwindigkeit werden mittels einer Übungsdatei vorgegeben. Ich gebe es gerne zu, ich habe 10 – 12 Versuche gebraucht, bis ich 3 Versionen zusammen hatte, die ich als abgabereif empfunden habe und an unseren Chorleiter zurück sendete. Eine dieser 3 Versuche ist dann wohl in das Endergebnis eingeflossen. Ich bin schon ein bisschen stolz auf mich! Das Gesamtergebnis könnt Ihr Euch jetzt gerne unten ansehen. Schreibt mir doch Eure Meinung dazu unten drunter! Wie gefällt Euch dieses Video? Habt Ihr Anregungen? Ich bin sicher, dass unser Chorleiter wieder etwas plant und wie oben beschrieben, wird es wieder eine Steigerung geben – man wächst eben an seinen Aufgaben und ganz sicherlich bin auch ich wieder mittendrin, statt live dabei!

Euer Fünkes…

Fest und klar – treu und wahr! Der Wahlspruch der Berliner Liedertafel 1884 e.V.

2 Antworten auf “Wie mein Chor, die „BL 1884“ mit der Krise umgeht…”

  1. Toll beschrieben, Matthias, vor allem auch die Auswirkungen der Coronazeit auf unseren Männerchor.
    Und ein neues Chorprojekt ist schon in Arbeit … Ihr LeserInnen dürft alle sehr gespannt sein …
    Viele Grüße vom Sangesbruder Markus

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  2. Pingback: Frohe Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr !!! – Fünkes on the (Hauptstadt)Blog

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