Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?

Kleinschmalkalden von oben, im Sommer 2020

Oder sind wir schon mittendrin? Sah es ursprünglich nicht so aus, dass sich der Sommer so recht einstellen wollte lechzen nunmehr so manche nach Abkühlung und Schatten, bestmöglich am Gewässer. Berlin und Brandenburg hat da ja so einiges zu bieten, was über die städtischen Badebetriebe hinaus geht, in freier Natur an den unzähligen Seen und Flüssen. Nicht umsonst vernehme ich immer wieder, dass wir da wohnen, wo andere Urlaub machen, aber das funktioniert natürlich auch anders herum. Mein Heimatort ist für sechs Wochen zur Urlaubsresidenz meiner Freunde geworden, die es aus der Stadt heraus ins ländliche Kleinschmalkalden zog. Auch ich bin erst vor wenigen Tagen aus der Heimat zurückgekehrt, voll bepackt mit guter Wurst aus der Heimat, die man mir hier in Berlin nur so aus den Händen reißt.

Eine Thüringer Rostbratwurst – es gibt nichts Besseres…

In meinem letzten Beitrag hatte ich ja schon angedeutet, was die Corona-Pandemie für mich persönlich bedeutet und wie ich damit umgehe. Immer wieder stellt uns das Leben vor Veränderungen und Herausforderungen, kleine Prüfungen, die uns besser, stärker und größer machen können, indem wir daran wachsen, wenn wir uns darauf einlassen. Auf der anderen Seite gibt es die „Jammerer“ und „Nörgler“, die „Pessimisten“, jedoch hat jammern und nörgeln bisher in den seltensten Fällen weiter geholfen. Natürlich ist einzusehen, dass die Gesamtsituation während dieser Pandemie nicht berauschend ist und natürlich verfüge ich über soviel Empathie, dass ich mich in Einzelschicksale hinein versetzen kann. Es ist für mich nachvollziehbar, dass es Einzelne (und das müssen nicht wenige sein) mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die aus wirtschaftlicher Sicht zu einer Existenzbedrohung und/oder darüber hinaus auch aus gesundheitlicher Sicht bis zu einer Lebensbedrohung heranreichen können. Gar kein Verständnis habe ich für manche eingeschlagene Wege, wie diese Groß-Demos hier in Berlin oder auch diese Protest-Partys in der Hasenheide oder die Schlauchboot-Demo auf dem Landwehrkanal, die einer Farce gleichkommend, vor dem Urban-Krankenhaus endete, wo mitunter auch Menschen an COVID19 sterben. Das System in Frage zu stellen ist genauso unlogisch, wie alle Entscheidungen durchzuwinken. Es ist in meinen Augen auch keine Frage der Parteizugehörigkeit oder einer religösen Ansicht, unter dem Strich bin ich davon überzeugt, dass die Deutsche Bundesregierung unser Land (bisher) ganz gut durch die Krise führt. Gemessen an den Fallzahlen und der wirtschaftlichen Situation. Es wird jetzt bestimmt wieder diese Leute geben, die das hier lesen und sich an die Stirn klatschen, was der Fünkes hier wieder für einen Mist verzapft, weil er es einfach nicht besser weiß. Möglicherweise und ich will es auch gar nicht bestreiten. Ich kann letztendlich sowieso nur für mich selber sprechen und auch nur Verantwortung für mich und mein Leben übernehmen, das aber zu 100 %!

Im Juli 2020 wurde meine Probezeit in der Firma 1,5 Monate vor dem eigentlichen Ablauf für beendet erklärt und man freut sich, mit mir in die Zukunft zu gehen. Darüber freue ich mich natürlich. Auch Kurzarbeit und Homeoffice blieben mir erspart. Auch bei meiner Frau läuft es gut auf Arbeit, sodass wir aus beruflicher Sicht ganz gut durch gekommen sind. Einschränkungen und Entbehrungen haben wir alle hinzunehmen, gerne würde ich mal wieder ins Kino gehen, ein Konzert besuchen, einen Club oder einen Kneipen-Abend, wie wir das bisher kannten. Aber alles ist anders und es muss so sein, wie es ist, zumindest dann, wenn man sich seiner Verantwortung bewusst ist. Die größte Entbehrung ist nachwievor immer noch mein wichtigstes Hobby – der Chorgesang. Aber auch hier sehe ich langsam wieder Licht am Ende des Tunnels. Am vergangenen Montag wurden weitere Lockerungsmaßnahmen bekannt gegeben, nach denen das Singen auch in geschlossenen Räumen möglich sein wird. Unter strengen Regeln, Bedingungen und Voraussetzungen natürlich, aber immerhin. Die anstehende Aufgabe ist es jetzt, die Hygienekonzepte abzugleichen und auszuloten, was für uns und unsere Chöre im Einzelnen möglich ist. Mein Berliner Chor die Berliner_Liedertafel probt glücklicherweise in einem großen Saal des Nachbarschaftshauses in Berlin-Kreuzberg, andere Chöre werden es da schwieriger haben, vermutlich auch mein Heimatchor der MGV Concordia 1867 Kleinschmalkalden e.V. Während der zwangsläufigen Singepause haben sich vereinzelt immer wieder kleine Grüppchen gebildet, die im Rahmen des Möglichen und Erlaubten zu Chorproben im Freien zusammenfanden. An einzelnen Proben des Gemischten Chores Dichorlore vom Musikhaus Berlin e.V., wo unsere Stimmbildnerin der Berliner Liedertafel ihren eigenen Chor dirigiert, habe auch ich teilgenommen. Mit Sicherheitsabstand standen wir am Ufer des Orankesees um einen großen Baum herum und probten. Zwischenzeitlich blieben auch immer wieder Passanten stehen, spendeten Beifall, freuten sich oder nahmen auf einer der angrenzenden Bänke Platz und lauschten unserer künstlerischen Arbeit. Wenngleich diese Art zu proben auch nicht der üblichen Probenarbeit gleichzusetzen ist, bildet sie dennoch eine angenehme Alternative und alles ist besser, als nicht zu proben. Ende Juli trafen sich dann auch über 35 Sänger der Berliner Liedertafel (BL) in einem italienischen Restaurant. Gesungen wurde nicht, aber es wurde viel geredet, sich ausgetauscht und in erster Linie wurde sich gefreut, darüber, dass man sich mal wieder sieht. Viel Lob und Anerkennung wurde mir zuteil, für meine Schreiben, Mails und Informationen die ich auch während der eigentlichen „Sommerpause“ an unsere Mitglieder der BL versendet habe. Informationen, Motivationen und das übliche „Bei-Laune-Halten“ waren meine Ziele, die ich damit bezwecken wollte und es hat offenbar ganz gut geklappt, zumindest wurde mir das so vermittelt und ich erfreue mich an den unzähligen zumeist positiven Rückmeldungen.

Wo singen nicht möglich ist, unterhält uns Thomy mit seiner Quetschkommode, wie das Akkordeon in Thüringen auch als Zerrwanst bezeichnet wird. Ein wunderschöner Abend unter Sängern, leider ohne Männerchor-Gesang.

Privat sind wir oft an Seen und/oder anderen Gewässern, was will man auch machen bei diesen Temperaturen. An einem schönen Samstag war ich mit unserem Chorleiter der BL auf dem Wasser unterwegs. Vom Süden Berlins paddelten wir auf Spree und Müggelspree, wir hatten gutes Essen und kühle Getränke dabei und mit doppelter Paddelpower kamen wir mit zügigem Schlag auch gut vorwärts, wenn es sein musste, dass man mal eine Gruppe mit 20 Booten überholt, an anderer Stelle wiederum ließen wir uns treiben und genossen diese unbändige Schönheit und die Ruhe der Natur. Auch gebadet wurde, jenseits der eingangs erwähnten Stadtbäder mit Standard-Wassertemperatur von 21°C.

So kommt man gut durch den Sommer. Gestern war wieder eine Probe am Orankesee, am Dienstag folgt eine Vorstandssitzung auf den Bergterassen auf der Marienhöhe, evtl. ein Probenort im Freien für die BL, alternativ im Garten unseres Chorleiters. Wie es auch wird, es wird nicht schlecht. In einer Mitteilung an den Chor wurde bereits darum gebeten, sich die Donnerstage wieder regelmäßig für die Probenarbeit frei zu halten, wo immer diese auch stattfinden. Wie ich schon einmal schrieb: In 2020 ist fast alles anders, vieles nicht einfacher und dennoch ist es ein schönes Jahr, wenn man etwas daraus macht. Ich für mich bin ganz zufrieden, ich erfreue mich an den Schönen Dingen, die auch während einer Pandemie möglich sind, mit etwas Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein!

In diesem Sinne wünsche ich auch Euch einen schönen Sommer, bleibt gesund und fröhlich und macht Euch raus in die schöne Natur,- bitte Sonnencreme und Hut nicht vergessen!

Euer Fünkes…

2 Antworten auf “Wann wird´s mal wieder richtig Sommer?”

  1. Hallo lieber Fünkes,
    dein Blog-Beitrag gefällt mir sehr. Ich hatte ja gehofft, dass du während deines Besuches in Kleinschmalkalden mal kurz bei uns vorbei geschaut hättest. Wir haben ein Ständchen bekommen am Samstagnachmittag, und von dir hieß es, du wärest beim Kaufmann schon ausgestiegen. Dafür habe ich am Sonntagabend bei den „White Eagles“ gesessen, als deine Schwester mit ihrem Zwillingspärchen Frida und Felix vorbeikam. Die habe ich nun natürlich erst mit Blick in den Kinderwagen „begutachtet“. Während Frida mich etwas argwöhnisch beäugte, hat Felix mich sofort angelacht, als ob er mich schon lange kennen würde. – Übrigens: dein Foto von unserem wunderschönen Kleinschmalkalden ist ebenso ganz wunderschön.
    Ganz viele herzliche Grüße von Gisela Schrumpf

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  2. Hallo lieber Fünkes,
    toll, Dein Abriss über einen großen, ziemlich aufregenden Sommer. Danke Dir!
    Danke Dir auch ganz speziell dafür, dass Du unseren kleinen Kiezchor „Dichorlore“ erwähnst und Fotos von unserem Tun am Orankesee zeigst. Es hat uns auch sehr viel Spaß mit Dir gemacht!
    Liebe Grüße senden Dir Sigrid und Deine Sangesfeundinnen und -freunde aus Hohenschönhausen

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