
Entgegen meiner Absicht, hier etwas Kontinuität herein zu bringen, muss ich einräumen, dass das nicht ganz geklappt hat. Gründe dafür gibt es sicherlich viele, ebenso, wie es auch Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung gibt. Denn eines lässt sich jetzt schon sagen: Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie mit Lockdown, Kontaktbeschränkungen, Singeverboten und jetzt einem 2. Lockdown mit wiederum Kontaktbeschränkungen – Langeweile kam bei mir nie auf.


So ganz ohne Singen musste ich den Sommer ja gottseidank nicht verbringen. Denn wie ich derletzt schon berichtete, besuchte ich den gemischten Chor „Dichorlore“ von unserer Stimmbildnerin der BL bei ihren Proben am Orankesee. Das war eine gute Sache und hat großen Spaß gemacht. Im August versuchte sich dann auch die Berliner Liedertafel an Proben im Freien, die nach ihrem Feldversuch im Garten unseres Chorleiters und später auch im Garten unseres Vereinsheimes als Erfolg verbucht werden können, ja müssen. Eine stattliche Zahl von ungefähr 30 Sängern kam da doch zusammen. Als wir dann ab September auch wieder die Innenräume des Nahbarschaftshauses in der Urbanstraße (NHU) beziehen durften, reduzierte sich die Sängerschar vorerst nicht. Dem ausgearbeiteten Hygienekonzept entsprechend, durften 32 Sänger in 4 Reihen auf den ganzen Saal verbreitet, gemeinsam proben. Das ging auch einige Zeit lang gut, bis dann doch wieder die Infektionszahlen stiegen, die auch jetzt im November wieder zu einem zweiten Lockdown-light führten. Die Vorsicht übernahm allmählich wieder die Oberhand und dezimierte unseren Chor wöchentlich, bis dieser letzte Woche seine Probenarbeit einstellen musste. Zumindest im November herrscht nun Ruhe. Konsequenzen hatte das natürlich für unser angestrebtes Chorprobenwochenende in der Uckermark, die Ausgestaltung unseres vereinsintern geplanten Totengedenkens und nicht zuletzt auch auf unsere 2 angedachten Weihnachtskonzerte, die am 3. Adventswochenende stattfinden sollten. So ganz abgeschrieben ist bisher nur das Probenwochenende – für das Totengedenken und die Weihnachtskonzerte gibt es aktuell noch alternative Szenarien, deren Durchführung von den Spielräumen der Behörden abhängig sind. Im Dezember werde ich darüber berichten, so habe ich gleich wieder etwas Stoff für meinen nächsten Beitrag, auf den dann nicht so lange gewartet werden muss. Ich verspreche es!



Was gibt es sonst noch so zu berichten? Sportlich gesehen eine ganze Menge und auch hier zeigt sich, wie nah beieinander Freud und Leid doch liegen. Je nach Sportart gibt es unterschiedliche Probleme, die eine Durchführung einer Saison so mit sich bringen. Man könnte sagen, im Eishockey läuft nichts, zumindest nichts, was sich als neue Saison verkaufen ließe. Die Hallen bleiben bislang leer, ohne Publikum und Geisterspiele machen keinen Sinn, wenn man die materiellen und finanziellen Aufwendungen betrachtet, die ein Spieltag so mit sich bringt. Verschiedene Szenarien hatte man schon durchdacht und dennoch keine Lösung gefunden. Ob und wann die aktuelle DEL-Saison anlaufen kann, (die zweite Dezemberhälfte ist dafür angedacht, jedoch voraussichtlich nicht mit allen Teams der Liga) darüber soll eine außerordentliche Gesellschafterversammlung am 19. November 2020 entscheiden. Ab dem 11. November werden acht Teams der DEL auf Einladung der Telekom den „MagentaSport Cup“ austragen. Auch die Eisbären Berlin werden mit von der Partie sein. Das Finale dieses Turniers ist auf den 12. Dezember terminiert. Eine Eishockey-Saison ersetzen kann dieses Turnier indes nicht. Anders läuft es dagegen in den Fußballstadien. Zuerst in Deutschland, durfte nach einer Unterbrechung die letzte Saison zu Ende gespielt werden, vorerst auch nur in Geisterspielen, ohne Publikum in leeren Stadien. Maximal 150 Personen, bestehend aus dem Umfeld der gegeneinander spielenden Mannschaften, Schiedsrichter und ein paar Presseleute durften anwesend sein. Die Bundesliga aus Deutschland, als Vorbild für Europa und sogar weltweit – alle schauten auf die 36 Teams im deutschen Profifußball. Im gegenseitigen Austausch, den man sich in dieser Form nicht nur im Fußball wünschen würde (die Regierungen könnten sich da locker eine Scheibe abschneiden) wurden Hygienekonzepte ausgetauscht unter Europas Fußballverbänden, sodass auch bald in anderen Ländern der Ball zu rollen begann. Dass nun Bayern sogar das Triple holte, dass Union Berlin die Klasse hielt – Glanzpunkte in einer eigentlich glanzlosen und in finanzieller Hinsicht desaströsen Zeit. Die neue Saison begann, wie die alte endete, mit dem Unterschied, dass langsam auch wieder die Zuschauerzahlen in den Stadien anstieg, je nachdem, was die Bedingungen in den jeweiligen Bundesländern zuließen. Wir haben nun schon 6 Spieltage hinter uns, die Bayern mal wieder auf Platz 1 und auch Union ist super dabei. Es macht Spaß, mehr Spaß würde nur das Live-Erlebnis im Stadion machen. Aber es bleibt uns ja noch die Zuversicht, dass auch das eines Tages wieder möglich sein wird.

Oftmals höre und lese ich, was doch 2020 für ein bescheidenes Jahr sei, wo ich mir denke, dass es doch immer nur im Auge des Betrachters liegt. So richtig kann ich dem nicht zustimmen, trotz der Pandemie und trotz aller Einschränkungen. Mit der Geburt der Zwillinge meiner Schwester, meiner persönlichen beruflichen Entwicklung und vielen Erlebnissen, die ja trotz Corona in mein Leben traten – wie könnte ich da dieses Jahr schlecht reden? Sind es nicht die Eigenschaften, die uns bei der Überwindung von Hindernissen und Einschnitten ausmachen? Sind es nicht jene Situationen, an denen wir wachsen und erstarken? Natürlich kommt es auch darauf an, auf welche Dinge ich meinen Fokus lege. Sehe ich nur die Schei** oder finde ich auch das Gute, das allem inneliegt?
Nun ist also Herbst, die Wälder sind bunt und nicht mehr lange hin bis zur Weihnachtszeit. Da fällt mir auch gerade noch ein, dass ja jetzt auch unser Flughafen in BERlin eröffnet hat. Mit nur etwas Verspätung birgt auch dieses Ereignis Freud und Leid in sich, umgekehrt genauso die Schließung des „schönsten Flughafens der Welt“ – Tegel. Heute ist der letzte Flugtag in Planbetrieb dort, bevor morgen der wirklich letzte Flieger nach Paris von dort abhebt. Dann ist Ruhe hier im Wedding und in Reinickendorf, andernorts ist es mit den ruhigen Zeiten dann erstmal vorbei. Es hilft nur eins: Lasst uns frohen Mutes sein und die Zuversicht in unseren Herzen tragen. Das Leben ist schön, der Herbst ist schön und generell ist auch die Gegenwart sehr schön. Es kommt immer darauf an, wie man Dinge angeht und sie betrachtet. Ich bin sicher, dass mit etwas Optimismus auch dieser Zeit schöne Assoziationen abzuringen sind.
Ich wünsche Euch also eine schöne Herbstzeit, genießt die bunten Farben, bleibt gesund und fröhlich und seid nett zueinander – wir lesen uns dann wieder, im Dezember!
Euer Fünkes…








Ich finde Deine Einstellung super! Immer das Positive in allem sehen! Immer optimistisch in die Zukunft schauen! Diese Gabe hat nicht ieder!
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