Nun will der Lenz uns grüßen,
von Mittag weht es lau;
aus allen Ecken sprießen
die Blumen rot und blau.
Fast schon klingt es wie eine Farce, wir haben Sommerzeit, die Knospen zeigen sich an den Pflanzen startbereit zum Ausbrechen, wir haben strahlend blauen Himmel und die Sonne scheint. Auf dem Boden jedoch liegt so komisches weißes Zeug – Schnee! Das ist nun schon die zweite (Ent)täuschung in diesem Monat, das 1. Mal war es der 11. März 2023. An diesem Tag gab der Chor der Acabellas Berlin ein Frühlingskonzert und auch unser Chor der Berliner Liedertafel 1884 war eingeladen mitzuwirken. Wir haben ein schönes Frühlingsprogramm zusammengestellt und freuten uns auf dieses Konzert, welches als Benefizkonzert ausgelegt war und dessen Einnahmen den Frauen im IRAN zu Gute kommen soll. Der morgentliche Blick aus dem Fenster ähnelte dem des Titelbildes von diesem Beitrag hier.
Der genaue Blick hinter die Kulissen verrät jedoch, dass diese Wetterlage durchaus als normal anzunehmen ist. Wir sind einfach verwöhnt, ob der angenehmen Temperaturen der letzten Jahre zu diesem Zeitpunkt. Es ist natürlich nachvollziehbar. Der kalte, nasse, graue Winter liegt hinter uns und wir sehnen uns nach Wärme und Sonnenschein. Ich sehe das nach Anfängen innerlichen Frusts dann aber auch immer positiv. Die Weltkugel dreht sich weiter, in jeder Sekunde und in jeder Minute, Stunde und an jedem Tag. Wir drehen uns der Sonne entgegen, unweigerlich und es kann nur wärmer werden. Egal, wie schlecht das Wetter ist, der Frühling kommt und damit auch die von uns ersehnten Wetterverhältnisse.
Heute sitze ich quasi auf gepackten Koffern, in 3,5 Stunden geht mein Zug. Ich habe nämlich Urlaub – ganze 3 Wochen! Yeah! Die erste Woche werde ich nutzen, meinen abgebrochenen Urlaub zu Weihnachten 2022 nachzuholen. Ich war in der Heimat, also in Kleinschmalkalden in Thüringen. Wie üblich hatte ich viel vor, in Berlin unterstellt man mir, ich würde jeden Tag in einer anderen Garage sitzen und Bier trinken. Naja, Gerüchte… Ich war auch tatsächlich zu Weihnachten in Kleinschmalkalden, jedoch wurde ich krank. Ich lag im Bett, frierend und schwitzend im Wechsel, manchmal auch gleichzeitig. Ich habe keine Garage gesehen und auch der Weihnachtsgottesdienst fiel aus. Es gab Tee und Salbeibonbons. Als es dann endlich wieder aufwärts ging, musste ich dringend nach Berlin zurück, weil meine Urlaubsvertretung im Lager krank geworden ist und wir waren nur zu zweit im Lager. Also ab nach Hause und am 27.12. war ich wieder arbeiten. Jetzt also der zweite Anlauf und ich habe viel nachzuholen. In 6 Stunden bin ich schon zu Hause. Ich freue mich darauf. Gesund ist mit mir auch mehr anzufangen. Neben meinen Eltern freue ich mich natürlich auch auf die Katze – ja natürlich gehört auch die Katze dazu, ein kleiner frecher Kater, der soviel Unsinn macht, dass er natürlich gut in unsere Familie passt. Auch viele Verabredungen habe ich schon. Morgen schwänze ich die Chorprobe der Berliner Liedertafel, obwohl wir am 6.5. schon wieder ein Konzert haben. Aber ich habe Ausgleich geschaffen und werde mit meinem Heimatchor der Concordia 1867 singen. Die Chorprobe findet in Struth-Helmershof statt, zusammen mit den Männern vom Eichenkranz 1888. Zwei Vereine und jeder hat seine Geschichte, seine Traditionen und dennoch verbinden sie die gleichen Probleme, das größte: der fehlende Nachwuchs. Davon können auch wir in Berlin ein Lied singen. In Berlin liegen die Probleme aber eher im Genre „Männerchorgesang“, denn andere Chöre (gemischte, Frauen, Pop, Jazz usw.) haben ihre Sänger und Sängerinnen. Wir denken, dass der Männerchorgesang ein aussterbendes Genre ist. Zum einen sollen Chöre ja „offen“ sein, offen für Diversität, Abwechslungsreichtum usw. Die klassischen Männerchorsätze, die wir singen, kannst Du eben nicht ohne Weiteres in einem gemischten Chor singen, dafür müssten sie umgeschrieben werden, aber dann sind es eben keine Männerchorsätze mehr, abgesehen davon, dass auch viele Texte einschlägig für Männer geschrieben wurden. Die zwei o.g. Männerchöre aus Kleinschmalkalden und der Struth tun das Beste, was derzeit möglich ist – sie tun sich zusammen und treten zusammen auf, geben gemeinsame Konzerte. Weil aber jeder Verein seine eigene Geschichte hat, die man nicht so einfach herschenkt, ist eine offizielle Fusion nicht in greifbarer Nähe. Die zwei Chöre treten einfach, bedingt durch die geographische Lage zum Rennsteig, als Rennsteigsänger auf. Das finde ich richtig gut. Der damalige Strüther Chorleiter († Werner Ehrle) war mein Musiklehrer, in Kleinschmalkalden habe ich selber gesungen und dort bin ich ja immer noch passives Mitglied. Ich habe also Bezug zu beiden Chören, ein ehemaliger Arbeitskollege singt auch noch in der Struth. Ich werde also morgen dennoch eine Chorprobe besuchen. Ich freue mich darauf. An den anderen Tagen treffe ich mich mit Freunden und Freundinnen zu Kaffee und Kuchen und ja auch ein oder zwei Garagenbierchen habe ich auf der Agenda. Es gibt auch eine große Party am Wochenende – so eine richtig schöne Dorfparty. Ich wurde auch eingeladen und freue mich, wen ich dort alles treffen werde. Ich freue mich wirklich, so richtig dolle! Ick freu mir wie Bolle uffen Milchwagen, würden wir hier in Berlin sagen. Für die Jugend ist heute alles nur noch MEGA, oder nice oder ganz aktuell lit. Sprache verändert sich? Bullshit – sage ich. Mehr Platz möchte ich diesem Sprachunfug auch gar nicht einräumen.
Last but not least folgt am kommenden Dienstag das DFB-Pokalspiel von UNION Berlin gegen Eintracht Frankfurt. Auch hierzu wird eine illustre Runde zusammenkommen und wir werden dieses Mal keinen Tee und keine Salbeibonbons zu uns nehmen. Sportlich gesehen läuft es ja gut für Union Berlin. Sie stehen auf Platz 3 der Bundesligatabelle und sie werden alles daran setzen, den SC Freiburg und Restmüll Leipzig hinter sich zu halten. Wenn die Bayern und der BVB richtig gut gegeneinander spielen und sich vielleicht unentschieden trennen, wird nach vorne auch nochmal interessant. Im Europapokal hat sich Union Berlin gut verkauft und großartige Erfolge eingefahren. Auch viele Erfahrungen dürften gesammelt worden sein und unter dem Strich stehen die Eisernen im Preis/Leistungsverhältnis auch sehr gut da. Jetzt sind sie zwar raus, aber das sind Andere mit höheren Budgets auch. Mal sehen, was am Dienstag in Frankfurt geht. Durch das Aus im Europapokal sind ja Ressourcen freigeworden – mehr Kraft für den Endspurt in der Liga und im Pokal. Schauen wir mal. Was die Qualifikation für die Champions-Leage angeht, das sehe ich tatsächlich etwas zwiegespalten. Natürlich wäre das ein riesiger Erfolg, der auch gutes Geld bringt, um sich weiterhin fest in der 1. Bundesliga zu etablieren und zu manifestieren. Andererseits, wenn Du in der CL nur verdroschen wirst und keine Erfolge siehst? Ey Fünkes – halt die Klappe, das wird schon wieder alles negativ. Wir wollten doch positiv und optimistisch sein – sind’wa und bleim’wa! Alles gut!
Nicht so gut gelaufen ist es hingegen für die Eisbären Berlin. Als amtierender Meister der letzten Saison bringst Du natürlich dicke Bretter mit in die neue Saison. Jedoch sind die Eisbären nie so richtig in den Tritt gekommen. Keine Serien, weder positive, noch negative. Aber auf einen Sieg, der Hoffnung macht, folgen Niederlagen, die sprachlos machen. Und dann aus dem Nichts wieder ein Sieg. Die zweite Saison-Halbzeit haben sie dann alles abgeschossen, was es abzuschießen gab und nur die zweite Halbzeit bemessen, wären sie wohl auch der zweite in der Tabelle. Aber hätte, hätte, hätte… Die Aufholjagd kam zu spät. Tröstend bleibt für mich zurück, dass Mannheim und München bestimmt nochmal nervös geworden sind und erst aufatmeten, als die Eisbären ganz sicher die PlayOff-Qualifikation verpassten. Auch wenn es nach vielen, vielen Jahren mal wieder einen Meister gibt, der die PlayOffs verpasst, sie wären auch nicht gerechtfertigt. Es ist schon gut so, wie es ist.
Was gibt es sonst noch zu sagen? Wiederholungswahl in Berlin. Boah, mal ehrlich: Wir sind die Hauptstadt, die Bundeshauptstadt und wir geben wirklich alles, um im Gespräch zu bleiben. Es wird ja viel geredet, in den Dörfern und Städten. Regional wird auf die Landeshauptstädte geschimpft. Was die da wieder machen in Erfurt, – wir geben hier alles und haben Erfurt locker in der Tasche. BERLIN – hier ist großes Kino! Nee, die Politik lassen wir mal außen vor. Da habe nicht nur ich keinen Bock drauf. Ohnehin werde ich in den nächsten Tagen wieder hören: „Da ist ja wider unser Berliner“ und dann darf ich erklären, was in Berlin beschlossen wurde, als sei ich der Regierungssprecher… Ich werde sagen, dass wir bald wieder Wahlen haben in Berlin. Denn egal, was die die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und SPD ergeben, das letzte Wort soll die Basis der SPD haben, es soll per Mitgliederbefragung eruiert werden, ob die SPD in die Regierung unter CDU-Führung eintritt. Schenke ich den ganzen Wortführern aus den Bezirken Glauben, wird die SPD krachend baden gehen und dann? Neuwahlen. Ich würde so lachen…
Na gut ihr Lieben. Ich mache mich jetzt mal reisefertig, ich muss mich ja noch schick anziehen, wenn ich in die große weite Welt reise und ich muss noch ein paar Kleinigkeiten einpacken. In wenigen Stunden atme ich frische Landluft und höre das Rauschen der Wälder hinter unserem Haus. ich freue mich!
Habt eine schöne Zeit und bleibt gesund & fröhlich!!!
Euer Fünkes…



Wieder herrlich geschrieben und zwischendurch musste ich herzhaft lachen! (Regierungssprecher 🤣)
Ja, dann ganz viel Spaß in Deiner Heimat! Thüringen finde ich auch so schön, aber seit der Wende war ich nimmer dort. Muss ich nachholen!
Also dann: Schönen Urlaub gewünscht!
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Hallo Fünkes,
da bin ich ja gespannt, ob ich dich mal zu Gesicht kriege.
Wenn das Wetter einigermaßen mitspielt, werde ich ja auch an der frischen Luft zugange sein mit meinem Cabriolet – so heißt jetzt mein E-Mobile.
Wünsch dir schon mal einen schönen Aufenthalt in der alten Heimat und natürlich eine „Gute Fahrt“.
Lieben Gruß von Gisela Schrumpf
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