Für Demokratie und für Menschlichkeit und Toleranz! Gegen Fremdenhass und Angst – WIR sind MEHR !!!

Hallo und herzlich willkommen zurück auf meinen Seiten. Ich freue mich, dass Ihr hier seid, was ja bedeutet, dass Euch vielleicht interessiert, was ich zu sagen habe. Eigentlich hatte ich mir auch schöne Themen überlegt, über die ich heute berichten wollte. Doch es gibt da diese eine Sache, die ich nicht so einfach übergehen kann. Ich kann sie nicht totschlagen, wie eine Schmeißfliege, ich kann sie nicht ignorieren, wie die BLÖD-Zeitung und generell: Kann ich im Titel für Toleranz werben und diese an dieser Stelle ablehnen? Nun ist es per se eine Form der Grundeinstellung, was ich toleriere und was nicht. Nehme ich mir nicht jeden Morgen vor, mit einer positiven Grundstimmung in den Tag zu starten, so ist es mitnichten der Fall, dass mir dieses an jedem Tag gelingt. Der gestrige Sonntag war so ein Tag. In meinem Kalender des 1. Septembers 2024 stehen Geburtstage zweier guter Freunde. Ich muss lächeln, wenn ich an sie denke und daran, wie viele Jahre sie mich in meinem Leben schon begleiten. Was wir alles schon gemeinsam erlebt haben. Ich lasse also beiden meine herzlichsten Glückwünsche zum Geburtstag zukommen, wünsche ihnen auch Gesundheit, was ja das Wichtigste ist und ich stelle mir immer vor, wie die Jubilare wohl ihren Tag verbringen. Ruhig in Familie, oder wild und ausgelassen auf einer Party? Ehe ich mich verliere, gehe ich lieber Brötchen holen, denn an einem reich gefüllten Frühstückstisch wartet schon meine Frau auf mich, während der Kaffeeduft durch die Wohnung wabert. So sitzen wir dann an einem schönen und sonnigen Sonntagmorgen beim Frühstück und genießen die Zeit und die Ruhe. Was kann da noch kommen? Es ist alles perfekt bis hierhin. Dann vibriert das Telefon und mich erreicht eine Nachricht. Es geht um ein Straßenfest, auf dem mein Chor, die Berliner Liedertafel, am kommenden Wochenende auftreten soll. Wir wollen auch Flyer verteilen, um für uns, unseren Chor, unsere Veranstaltungen und generell auch um neue Sänger zu werben. Einzig und allein den Flyer gibt´s noch nicht. Ob ich das nicht mal schnell machen könnte. Meine Frau rollert schon weder mit den Augen und ich kenne diesen Blick. Aber was soll ich machen? Wir haben 1 Woche Zeit… Kürzen wir es ab: Ich habe den Flyer gebastelt, zu dem meine Frau ihre guten Ideen beigesteuert hat. Heraus gekommen ist ein schöner Flyer, informativ, nicht langweilig – schön bunt, so wie das Leben und die Vielfalt. Zwischenzeitlich haben auch meine Eltern noch angerufen, wir haben Dinge besprochen, Familie, Haushalt, dann auch Fußball. Schließlich neigt sich auch dieser Tag dem Abendrot entgegen und ich nehme wahr, dass es schon 17:58 Uhr ist. Instinktiv weiß ich, dass ich mich 2 Minuten später furchtbar ärgern werde. Es ist der Tag der Landtagswahlen in Sachsen und Thüringen. Ich erwarte wirklich nichts, es passiert auch nichts, was mich überraschen könnte, genau genommen kommt alles genau so, wie ich es erwartet habe. Und dennoch ist da auf einmal diese Leere. Ich fühle mich machtlos, ich bin so tief enttäuscht, frustriert und desillusioniert. In Thüringen wird die AfD stärkste Kraft und während in Sachsen die AfD als zweitstärkste Kraft die Sperrminorität knapp verpasst, ist diese in Thüringen gegeben. CDU in Sachsen Wahlsieger und in Thüringen auf Platz 2. BSW mit beachtlichen Wahlerfolgen im September, für eine Partei, die sich im Mai erst gegründet hat, ist das schon erstaunlich. So etwas hat es bisher auch noch nicht gegeben. Ich bin auch gar nicht verwundert, wo das herkommt. Was mich dagegen wundert, ist die Tatsache, dass die BSW Wähler und Wählerinnen hinter sich vereint, die sowohl aus dem ganz linken Lager der „Linken“ kommen, als auch aus dem ganz rechten Lager der „AfD“. Offensichtlich ist es der BSW gelungen, eine Lücke zu schließen, die keine der etablierten Parteien zu schließen vermochte. Klar ist auch, dass die Probleme auf dem Land ganz andere sind, als in der Stadt und da stellt sich mir die Frage, kann ich mir da jetzt ein Urteil erlauben? Darf ich mir ein Urteil erlauben?

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein recht umtriebiger Mensch bin. Ich liebe und lebe mein Leben, abwechslungsreich und bunt. Mal ruhig und dann aber auch mal wieder wild und abwechslungsreich. Ich unternehme viel, bin oft unterwegs in Stadt und Land, ich unterhalte mich mit Menschen der unterschiedlichsten Regionen und durch meinen Chor habe ich auch viele Kontakte im Ausland. Man solle doch nicht meinen, ich wäre blöd? Natürlich bekomme auch ich mit, was in der Welt geschieht und viele Dinge sind nicht gut. Sie sind überhaupt nicht gut, sie stellen uns und unser Land vor große Probleme. Und ich kann auch die Unzufriedenheit nachvollziehen. Was mich stört, ist dieses Bashing, dieses Herziehen über einzelne Parteien oder gar einzelne Personen, Politiker und Politikerinnen, die zwar unbeliebt sein mögen, letztlich doch aber auch nur Menschen sind. Dieser Hass im Netz, Politiker die beim Aufhängen ihrer Plakate krankenhausreif geprügelt werden. Menschen, die sich zu einem Mob zusammenraufen, gewaltbereit und aufgehetzt von den (Sozialen) Medien und einer Politik, die nicht zufriedenstellend ist. Björn Höcke, Spitzenkandidat der AfD in Thüringen, darf seit dem 26. September 2019, nach der Aufhebung eines Verbotes in einem Eilverfahren durch das Verwaltungsgericht Meiningen als Faschist bezeichnet werden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat im Juni 2023 ein Verfahren gegen einen Demonstranten eingestellt, der bei Anti-AfD-Protesten ein Plakat mit der Aufschrift „Björn Höcke ist ein Nazi“ trug. Es handle sich hier nicht um eine strafbare Beleidigung, sondern um ein „an Tatsachen anknüpfendes Werturteil“, so die Ermittler. (Quelle: Wikipedia). Und NICHTS – wahrlich NICHTS, kein Frust dieser Welt könnte mich dazu bringen, so einen Faschisten an die Macht zu wählen. Da interessiert mich auch nicht die Ambition dahinter. Die Regierung abstrafen kann ich auch mit der Tierschutzpartei, der ÖdP oder mit der Partei der bibeltreuen Christen. Ich sage: Wehret den Anfängen! 1933 fing es auch nicht mit den KZ-Lagern und Gaskammern an, sondern mit einer ganz beschissenen Politik. Ich vertrete ganz klar die Meinung, dass WIR, die Gesellschaft, bei diesen Dingen im Namen der Menschlichkeit und im Namen der Demokratie nicht zuschauen dürfen! AfD-Politiker, die per Gericht als Faschisten bezeichnet werden dürfen, müssen merken, wo die Grenzen liegen. Und mit diesen Menschen möchte ich mich nicht einen, ich möchte der Unterschied sein. Ich trage meine Zivil-Courage überall dort hin und vertrete sie lautstark, wo sie mir möglich ist. NEIN zu Nazis und Faschismus! NEIN zu Höcke und NEIN zur AfD. Die AfD ist KEINE Alternative zur Demokratie und Menschlichkeit!

Wie soll das jetzt weitergehen? Ich denke, es liegen schwere Zeiten vor uns. Gelingt der CDU in Sachsen und in Thüringen die eigentlich unvorstellbare Koalition mit der BSW und weiteren Partnern? Was bleibt auch über? Die Alternative, die keine Alternative ist, ein Faschist als Ministerpräsident? Es klingt alles so furchtbar unwahrscheinlich und dennoch ist es die Realität. Ich bin gespannt, was die nächsten Tage und Wochen bringen. Was mir bleibt, ist die Gewissheit, dass es Mehrheiten gibt. Wenn 30% die Rechtspopulisten gewählt haben, dann heißt das, dass sie von 70% nicht gewählt wurden. Und deutschlandweit wird es die AfD nicht auf 30% schaffen. Ende August war ich auf einem Ärzte-Konzert, auf einem von 3 Konzerten, zu denen insgesamt 150.000 Menschen pilgerten. Die Ärzte haben sich ganz klar positioniert, gegen Rassismus, gegen Faschismus, gegen Fremdenhass und für mehr Toleranz und Menschlichkeit. Letztes Jahr war ich bei Wizo, andere Band, gleiche Einstellung. Dritte Wahl, Die Toten Hosen und viele weitere mehr. Auch mein Lieblings-Witzbildmaler Rolf Grothe bezieht Stellung und verpackt das in tolle Bilder, von denen ich hier eine kleine Auswahl poste. Und wenn es nicht alles so traurig wäre, könnte ich sogar darüber lachen…

Wie finde ich jetzt ein versöhnliches Ende für diesen Post hier, der doch so harmonisch angefangen hat, an einem sonnigen Sonntag? Vielleicht mit der Zuversicht, das ich nun mal ich bin, dass ich sehr wohl weiß, wo ich stehe und wie ich mich positioniere. Wie schon erwähnt, ich liebe das Leben, ich habe Freunde im In- und Ausland. Jeden Morgen kommt bei uns auf Arbeit eine muslimische Putzfrau, die vom Alter her bestimmt schon Oma ist. Sie hat ihr Handy dabei, auf dem ein Deutschkurs läuft. Ab und an erkläre ich ihr ein Wort oder eine Redewendung. Heute kam sie mit einer jugendlichen Sonnenbrille, die ich recht cool fand. Ich habe ihr das gesagt und trotz ihrer eingeschränkten Sprachkenntnisse schien sie mich zu verstehen. Kommunikation funktioniert, wenn beide Seiten es wollen. Nach getaner Arbeit verabschiedete sie sich mit einem Lächeln und das finde ich schön. Auch unsere Caterer im Chor. Sie sind Tamilen und sie zaubern fabelhaftes Essen. Sie sind so gut, dass sie hier in Deutschland in der obersten Liga mitspielen. Landesvertretungen in Berlin lassen sich bekochen, wie auch Stars aus Funk und Fernsehen. Ich könnte mich weiter umschauen. Unser Dönermann, unsere Lieblingsrestaurants mit kroatischer, italienischer, indischer, griechischer oder auch asiatischer Küche. Mein HNO ist ein Türke, meine Hausärztin kommt aus dem ehemaligen Jugoslawien und in meiner Zahnarztpraxis behandeln mich ebenfalls ausländische Ärzte und Schwestern. Wo kämen wir hin ohne all diese Menschen? Es sind tolle Menschen, freundlich, hilfsbereit und kompetent. Ich bin mittendrin in einer bunten Welt, mittendrin in Vielfalt und kultureller Abwechslung. Ich bin sehr froh über meine Weltanschauung und deshalb lebe ich auch in Berlin und ich lebe gerne hier. Dennoch weiß ich, wo ich herkomme, was ich bin, was ich kann und wofür ich stehen möchte. Und die Gewissheit darüber stimmt mich hoffnungsvoll und zuversichtlich. Ich denke, damit kann ich gut abschließen. Die anderen schönen Themen, die ich mir vorgenommen habe, davon berichte ich dann beim nächsten Mal. Versprochen! Danke, dass ihr mir bis hierher gefolgt seid. Bleibt stark! WIR sind MEHR!!!

Euer Fünkes aka Matthias Funk…

2 Antworten auf “Für Demokratie und für Menschlichkeit und Toleranz! Gegen Fremdenhass und Angst – WIR sind MEHR !!!”

  1. Lieber Matthias, ich teile Deine Gefühle, Sorgen und Ängste zu 100%. Als Brandenburger schaue ich mit Sorgenfalten dem 22.09. (Landtagswahlen in Brandenburg) entgegen… Wird die AfD auch hier zur stärksten Kraft werden? Ich kann nur hoffen, dass die Ergebnisse in Sachsen und Thüringen für einige „Unentschlossene“ ein Schuss vor den Bug war und sie ihr Kreuz nicht bei einer Nazi-Partei machen! Die Hoffnung stirbt zuletzt.. Mach weiter so, Deine Blogs sind immer hervorragend!

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..